Ganz in Weiß

Folke Braband

Hochzeit mit Hindernissen
Der Trauzeuge des Bräutigams hat nicht nur ein Verhältnis mit der Braut, sondern auch mit der Mutter der Trauzeugin der Braut. Der Vater der Braut fiebert einem Wiedersehen mit der Mutter der Trauzeugin der Braut entgegen, bei der er sich vor 33 Jahren nicht getraut hat: Die Mutter der Trauzeugin der Braut war die damalige Braut seines damals besten Freundes, dessen Trauzeuge er, der Vater der heutigen Braut, damals war. Und die Trauzeugin der Braut, die das Verhältnis der Braut mit dem Trauzeugen des Bräutigams outet? Die wird vom Trauzeugen des Bräutigams, dessen Vater den Vater der Braut ohrfeigt, auf den richtigen Weg zu ihrem eventuell zukünftigen Bräutigam geführt. Während er, der Trauzeuge des inzwischen verschwunden Bräutigams, die Braut, mit der er, der Trauzeuge des Bräutigams, ja ein Verhältnis hat, sitzenlässt und nur knapp der Verfolgung der bewaffneten Mutter der Trauzeugin der Braut, mit der er ja ebenfalls ein Verhältnis hat, entgeht. Und die Mutter der Trauzeugin der Braut? Die erkennt nach 33 Jahren die Liebe zum Vater der Braut, der sich endlich traut. Alles klar?
ausführliche Beschreibung
Jule lässt kurz vor der Hochzeit ihrer besten Freundin Anna, deren Trauzeugin sie ist, eine Bombe platzen: Marten, der Trauzeuge und beste Freund von Annas Bräutigam, hat ein Verhältnis mit Anna. Das weiß Jule ja schon, aber als sie Marten mit ihrer eigenen Mutter Claire kurz vor der Zeremonie in der Damentoilette erwischt, kocht sie über und verkündet zwanzig Minuten vor dem Ja-Wort die Wahrheit. Braut und Bräutigam flüchten in verschiedene Richtungen, der Vater des Bräutigams hat Schaum vor dem Mund, die Mutter des Bräutigams ist in Tränen aufgelöst, der Standesbeamte verwirrt, die Hochzeitsgäste im Saal werden unruhig. Hinter den Kulissen fliegen die Fetzen. Jule wird nicht nur von Marten beschimpft, sondern muss sich auch die verletzenden Kommentare ihrer liebestollen Mutter Claire anhören. Zum Glück ist da der redselige Kurt, den Jule mit seiner Band engagiert hat. Doch die Wedding-Bells, die angeblich von A wie Abba bis Z wie ZZ Top alles beherrschen, lassen auf sich warten. Und sie werden an diesem Abend auch nicht mehr auftauchen, denn Kurt ist eine Einmann-Band. Mit seiner geliebten Rhythmusmaschine, der dicken Berta, spielt er immer wieder ein paar Takte, um die unglückliche Trauzeugin zu trösten. Und das scheint ihm zu gelingen.

Das Chaos weitet sich aus. Anna landet mit Jule bei einem wilden Gerangel in der dicken Berta, die in einen Höllenlärm ausbricht. Der Vater des Bräutigams attackiert Richard, den Vater der Braut, Claire zerrt den mehrfach begehrten Marten im erotischen Rausch in die Besenkammer. Anne sucht nicht ihren Bräutigam, sondern Marten, weil sie mit ihm durchbrennen will. Der entkommt gerade noch den Kugeln der wild ums sich schießenden Claire, die dafür die dicke Berta durchlöchern. Doch einer findet jene Person, in die er sich schon vor 33 Jahren verliebt hat. Annas Vater Richard steht vor seiner angebeteten Claire.

Eines ist sicher: Bei dieser Hochzeit spielen die Trauzeugen die Hauptrollen. Und sie nehmen ihre Sache ernst, indem sie die Trauung verhindern. Jule macht ihrer besten Freundin klar, dass sie ihren Bräutigam gar nicht liebt. Und Marten hilft Jule auf die Sprünge, in wen sie selbst sich längst verliebt hat. Und das ist ausnahmsweise nicht er. Und eine einst verpasste Liebe bekommt eine neue Chance. Finden am Ende etwa alle zusammen außer Braut und Bräutigam?