Krupp oder Auf der Höhe der Zeit

Erwin Riess

"Krupp oder Auf der Höhe der Zeit" zeigt, was geschieht, wenn Untote und Gegenwärtige aufeinander treffen, aus einer historischen Farce wird ein Horrortrip durch die Gegenwart. Das Stück ist eine Bearbeitung des Stoffes aus Sophokles "Ödipus auf Kolonos". Ausgangspunkt ist die Befürchtung, dass mit dem Tod der letzten Opfer die nazistischen Greueltaten in der Geschichte zu versinken drohen. Das Material für die Grundlagen des Stücks umfasst die Protokolle der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse und die Geschichte der Firma Krupp.
ausführliche Beschreibung
Im November 1945 besucht eine alliierte Militärkommission den greisen Gustav Krupp von Bohlen und Halbach auf seinem Schloss in Blühnbach am Fuße des Hochkönigs. Krupp wird von der Ärzten auf seine Verhandlungstauglichkeit untersucht. Er war beim Nürnberger Prozess als wirtschaftlicher Hauptkriegsverbrecher angeklagt worden. Die Kommission kommt zum Ergebnis, dass Krupp infolge fortgeschrittenen Altersverfalls nicht verhandlungsfähig ist.

Erwin Riess gibt Krupp seine Tochter Irmintraud zur Seite, die ihm völlig ergeben ist. Neben den vier Ärzten der alliierten Kommission hat der Hundeführer Deutinger eine entscheidende Rolle. Er ist der Sklave seines Herren Krupp und wie Irmintraud lebt er nur durch seinen Herren.
Im zweiten Akt, der nach dem Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands spielt, werden die altgewordenen Ärzte der seinerzeitigen Kommission nochmals nach Blühnbach geladen. Sie wissen nicht, was sie erwartet, sie glauben Krupp längst tot, erleben aber eine Überraschung. Der Nürnberger Prozess findet – mit einem wesentlich verjüngten und fanatischen Krupp – statt, aber anders, als die vier es sich seinerzeit gedacht hatten. Krupp, Irmintraut und Deutinger machen den Alliierten den Prozess.
2D 5H
1 Dek.
Schauspiel
UA: 09.02.2002, Theater Kosmos, Bregenz

Übersetzungen