Drei unterschiedliche Frauen erzählen ihre Geschichte mit dem Operetten-Superstar.
"Ach, zum Teufel mit dem erzschlechten Strick."
Johann Strauss Junior: Walzerkönig und Liebling der Damenwelt. Den Bund der Ehe ging der „Schani“ dreimal ein. Drei unterschiedliche Frauen erzählen ihre Geschichte mit dem Operetten-Superstar. Jetty, Lili und Adele. Sie waren Musen, Managerinnen, Geliebte, Haus- und Ehefrauen des genialen Komponisten. Das Gattinnen-Trio kann von einer einzigen Schauspielerin gemimt werden. Susanne Wolfs süffige Melange aus Schauspiel und Musik ist eine besondere Hommage an Johann Strauss, die Kraft der Frauen und die Macht der Liebe.
ausführliche Beschreibung
Ehefrau Nr. 1: Henriette – Jetty – von Treffz: Die ehemalige Opernsängerin, Geliebte des reichen Unternehmers Moritz Todesco, begegnet Johann Strauss im Palais ihres Lebensgefährten. Obwohl sieben Jahre älter als Johann Strauss und bereits Mutter von sieben unehelichen Kindern, springt der Funke zwischen ihnen über. Jetty verlässt Todesco und heiratet ihren „Schani“. Sie fungiert für ihren genialen Ehemann als visionär pragmatische Managerin, Sekretärin und Lebens-stütze. An ihrer Seite erlangt der Walzerkönig Weltruhm. Die patent-schlagfertige Jetty war es auch, die den eher zaghaften Künstler animierte, sich ins Operettenfach einzubringen.
Kurz vor ihrem Ableben zieht Jetty Bilanz. Sie offenbart ihre Ängste als ältere Frau, die mit dem charismatischen Star verheiratet ist, ihren Ehrgeiz, ihr Fachwissen, aber auch ihre Eifersucht und Liebe. Sie passiert Qualen, Hoffnung und versöhnliche Momente und brennende Eifersucht. Verzweifelt nach dem Gatten rufend, bricht sie zusammen.
Ehefrau Nr. 2: Ernestine Henriette Angelika – Lili – Dittrich: Nach Jettys Tod heiratete Strauss die um 25 Jahre jüngere Sängerin und Schauspielerin. Lili ging ein Verhältnis mit dem Direktor des Theater an der Wien ein. Sie hatte das Libretto „Eine Nacht in Venedig“ ausgewählt, dass Strauss aber erst nach vollzogener Scheidung vertonte. Danach gab er das Werk zur Uraufführung nach Berlin. Als gebundenes Closettepapier verschenkte er die Partitur an seinen Schwager. Lili verließ Wien und starb verarmt, einsam und kinderlos in Bad Tatzmannsdorf.
Lili Solo flaniert Jahre nach der Scheidung vor dem unbewohnten Landhaus ihres Exmannes auf und ab, auf der Suche nach Antworten und Versöhnung. Noch einmal verfällt sie in ihrer Erinnerung dem inzwischen verstorbenen Gatten und gesteht sich ihre bittere Enttäuschung ein. Trotzig behauptet sie, die einzig rechtmäßige Witwe zu sein.
Ehefrau Nr. 3: Adele Strauss, geborene Deutsche, verwitwete Strauss: Die um 31 Jahre jüngere Namensvetterin eroberte das Herz des vereinsamten, alternden Komponisten. Geheiratet werden konnte erst, nachdem er deutscher Staatsbürger geworden und zum protestantischen Glauben übergetreten war. Mit Adele erlebte Strauss tiefes Glück. Die Cosima des Dreiviertel-Takts fungierte als würdige Nachfolgerin Jettys. Als Managerin und Verwalterin des opulenten Ouevres rief sie die Lex Johann Strauss, eine Abänderung des Musik-Urheberrechts ins Leben.
Jahre nach dem Tod des Gatten hält Adele eine flammende Rede über das Urheberrecht. Sie reflektiert ihre Zeit mit Strauss, den sie kokett eroberte, bietet Einblick in ihr Leben als Power-Ehefrau und verliert sich in der berührenden Szene seines Ablebens: Schon im Dämmerzustand schreckt Strauss nochmals auf und intoniert Raimunds „Brüderlein fein“.