Die Kunst der Schmiere

Bernhard Schärfl

Requisitenzimmer eines großen Theaters – auch hier wieder einmal als Wartezimmer für Debutanten, aber auch als altgediente Schauspieler missbraucht. Als Ort der ersten Begegnung unterschiedlichster Hoffnungen, Schauplatz von Konkurrenzgefühlen, Ängsten, Neid, Missgunst, aber auch tiefstem menschlichen Verständnisses für den Anderen in einer ähnlichen Situation.

Dass ein junger Schauspieler eine Kollegin, die er einmal geliebt hat, wiederfindet und sich sein berufliches und privates Leben zu vermischen droht, ist das Risiko des Berufes. Dass ein alter Routinier seine Überlegenheit auszuspielen versucht und sein Scheitern erkennen muss, liegt auf der Hand. Dass die an allen Theatern auftretende Ulknudel ihren Mund nicht halten kann, aber ihre menschlichen Qualitäten hat, ist überraschend.

Ein Hitchcock-artiger Horror-Schluss ist – so wie alles – THEATER.
2D 3H
1 Dek.
Komödie
UA: 1987, Torturmtheater Sommerhauen