Ein Stück für 13-jährige, 15-jährige, 19-jährige, für Arbeitssuchende, Bürohengste, FallschirmspringerInnen, RaumpflegerInnen, RapperInnen, Arbeitslose, PraktikantInnen und alle anderen…
"Weihnachtsmann. Man arbeitet nur an einem Tag im Jahr und dafür ist man überall beliebt. Super."
Sophie, Susi und Raoul. 3 junge Menschen und 3⁹⁹⁹ Möglich- und Unmöglichkeiten. Welche Perspektiven bietet der Arbeitsmarkt? Was ist mein Traum, und lohnt es sich, dafür zu kämpfen? Wann werde ich auf eigenen Beinen stehen? Wovon soll ich leben? Was will ich wirklich? Und was, wenn das nichts wird?
Raoul Biltgen stellt in seinem Jugendstück HOT JOBS die entscheidenden Fragen. Und macht Mut, den eigenen Weg zu gehen.
ausführliche Beschreibung
Sophie, Susi und Raoul. Eine Pinnwand, an der Zettel hängen, auf die alle möglichen Berufe gekritzelt sind. Die drei nehmen, im Wett-
lauf mit der Zeit, jeweils einen Zettel von der Wand und präsentieren ihn dem Publikum, hängen ihn zurück, wählen einen neuen… „Ich werde Architektin.“ „Ich werde Beachvolleyballspielerin.“ – Die Mädchen haben ihr Statement geliefert. Raoul sagt nichts.
Was er werden will? Wie, Weihnachtsmann? Da braucht man nur einen Tag im Jahr zu arbeiten. Oder vielleicht Lehrer?
Was will ich? Was kann ich? Was geht, was geht nicht? Bin ich motiviert? Bin ich realistisch genug? Was ist mein Traum? Habe ich eine Zukunft? Welche Perspektiven habe ich? Oder werd ich – räusper, schluck ... Arbeitslos?
Da ist es wieder, dieses Wort, das wirkt, wie ein Schlag. ARBEITSLOS. Sophie und Susi halten sich die Ohren zu. AAARBEIITSLOOSS! Sophie und Susi winden sich am Boden. Dieses Wort, dieses Wort darf man nicht sagen, es ist so, so negativ. So, na ja, dieses Wort, also „a(…)“, das gibt es doch gar nicht, es gibt nur arbeitssuchend, also Menschen, die gerade keine Arbeit haben, aber eine suchen und auch finden werden…
Raoul erzählt eine Geschichte. Von einem Dorf und einer Fabrik. Die Fabrik wird geschlossen, alle Einwohner verlieren ihre Arbeit. („Die Arbeitslosen von Marienthal“, die historische Studie von Marie Jahoda, Paul Felix Lazersfeld und Hans Zeisl, ist hier Vorbild)
Sophie wird doch nicht professionelle Beachvolleyballspielerin, weil es zu unrealistisch ist. Sie versucht es bei der Polizei – aber anstatt des herausfordernden, körperlich harten Einsatzes, den sie erwartet hat, muss sie den ganzen Tag Daten in einen Computer eingeben. Susi will Architektin werden, weil das Arbeitsmarktservice ihr gesagt hat, dass man vom Comiczeichnen nicht leben kann. Raoul meint, dann zeichnet sie am Ende nur die Toiletten für Fertighäuser und kann am Abend nicht mal mehr einen Stift halten, geschweige denn ihre Freizeit nutzen, um Comics zu zeichnen. Susis Eltern wollen ihr Architektur-Studium nicht finanzieren, sie soll die Gastwirtschaft übernehmen. Aber erst mal soll sie auf eigenen Beinen stehen lernen… Sie macht ein Praktikum bei einer chinesischen Fastfood-Kette, wo sie als Küken verkleidet Werbezettel verteilen muss.
Sophie macht ein Praktikum bei einem Spielzeughersteller und rennt als flyerverteilende Barbiepuppe herum. Und Raoul? Der ist Hot-Dog. Wie, als Praktikum? Nein, als Beruf. Aber Hot-Dog ist doch kein Beruf. Na ja, ein Studentenjob. Aber er studiert doch gar nicht. Na ja, ein Ferialjob. Von was macht er denn bitte Ferien? Na JAAA, ein Job halt, mit dem er im Monat genug Geld verdient, um durchzukommen, Miete, Essen… - VERSTANDEN?
Die drei fragen sich, ob es nicht an der Zeit wäre, sich aus ihren verschwitzten Kostümen zu befreien und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Was für eine Zukunft eigentlich? Sophie hat doch keine Ahnung, was sie in 10 Jahren machen will. Aber was sie jetzt will, das weiß sie. Und wenn sich das ändert? Kein Problem! Dann ändert es sich halt.