„Ich bin dagegen. Ich finde, Intimität hat im Berufsleben nichts verloren!“
Im Rathaus einer Großstadt werden neue Wege eingeschlagen. Die MitarbeiterInnen dürfen zur Stärkung des Teamgeistes zwischen Kanufahren, Überleben auf einer einsamen Insel und Gesangseminar wählen. Das Grüppchen, das sich zum gemeinsamen Singen zusammenfindet, ist klein. Sehr klein. Und bunt zusammengewürfelt. Michael, der Seminarleiter, hat keine leichte Aufgabe zu bewältigen. Denn anfangs sind seine Schäfchen verkorkst und widerspenstig. Doch der Gesang öffnet alle Türen und Herzen. Nach zwei Tagen gibt es doch noch ein öffentliches Abschlusskonzert. Und Michael darf nach einem Casting wieder Hoffnung schöpfen, sein künstlerisches Leben nicht nur mit singenden Beamten zu verbringen. Komik bis zum hohen C!
ausführliche Beschreibung
Im Rathaus einer Großstadt. Aus Einzelkämpfern sollen Teamplayer werden, aus Schreibtischtätern charismatische Praktiker. Keine leichte Aufgabe, die sich die Verwaltungsleitung gestellt hat. Mehr oder minder freiwillig können die MitarbeiterInnen wählen, ob sie zur Stärkung des Teamgeistes und der persönlichen Ausstrahlung Kanu fahren, auf einer einsamen Insel in Norwegen überleben üben oder Körper und Seele in einem Gesangsseminar zueinander finden lassen wollen. Das Grüppchen, das sich zu „Gesang - die Tür zum Erfolg“ zusammenfindet, ist klein. Sehr klein. Und bunt zusammengewürfelt. Für Gerhard aus dem Bauamt bedeutet das Seminar nur eine ungewollte Störung seines
Arbeitsalltages. Außerdem will man ja auch noch seine Familie sehen. Und dass gerade sein Büro als Seminarraum herhalten muss, passt ihm gar nicht. Peter aus dem Archiv erfüllt sich mit dem Singen einen lang gehegten Wunsch und hofft auf einen öffentlichen Auftritt zum Finale. Evelyn, zweite Kassenprüferin, ist vorrangig nervös, sieht diese Aktion aber als schöne Abwechslung zum Arbeitsalltag, und Sieglinde aus der Rechtsabteilung kann nicht singen und empfindet gar nichts.
Michael, ausgebildeter Sänger und Gesangspädagoge, versucht als Gruppenleiter alles, um das Seminar zum Erfolg zu führen, aber er hat den Unterschied zwischen Künstlern und Verwaltungsfachangestellten unterschätzt. Schon bei der Frage, ob man sich mit dem Vor- oder Nachnamen anreden soll, gehen die Meinungen auseinander. Nachdem man zu einem Kompromiss gefunden und sich über den Verbleib einer gesundheitsschädlichen Yukka-Pflanze geeinigt hat, beginnt Michael mit den Aufwärmübungen. Daran wird er nicht nur von seinen widerspenstigen SchülerInnen gehindert, sondern von seinem eigenen Handy, das ständig klingelt. Ihn plagen ähnliche Sorgen wie seine schwierigen Schüler. Nach einem Casting hofft er auf eine begehrte Rolle und muss nicht nur seine Nervosität bezwingen, sondern auch seine aufgeregte Mutter auf dem Laufenden halten.
Doch die Mühen lohnen sich. Der Gesang öffnet alle Türen und Herzen. Nach zwei Tagen gibt es doch so etwas wie ein öffentliches Abschlusskonzert. Und Michael darf nach einem erlösenden Anruf wieder Hoffnung schöpfen, sein künstlerisches Dasein nicht nur mit Beamten zu verbringen.
Katrin Wiegand hat eine Gruppe von Personen aus dem geschützten Arbeitsumfeld herausgeholt und in einem Gesangsseminar vereint. Singen ist eine intime Angelegenheit, und es ist nicht jedermanns Sache, sich vor dem anderen zu öffnen. Tut man es dann doch, kommen ungeahnte Dinge ans Tageslicht, und es zeigt sich, dass hinter dem abgegrenzten Arbeitsalltag Sehnsüchte und Talente lauern. Dass die Singgruppe, der manchmal gar nicht zum Lachen ist, sehr erheiternd ist, liegt an Katrin Wiegands Talent, die kleinen und großen Nöte des Lebens ernst zu nehmen und die Komik, die darin steckt, bis übers Hohe C hinaus erklingen zu lassen.