Wer immer lügt, dem gaubt man auch

Kay Szacknys

Eine turbulente Verwechslungskomödie zwischen Pansen, Würsten und Frikadellen.
"Wo eine Wurst ist, da ist auch ein Weg."
In den Privatgemächern der Fleischerei von Stieglitz hängen die Würsteln schief! Ein betrügerischer Jungchef auf amourösen Abwegen, eine ohnmächtige türkische Geliebte im Schrank, zwei Fleischergehilfen als Einbrecher, eine Operetten trällernde Schwiegermutter, deren esoterische Tochter und Enkelin, ein pingeliger Buchhalter und Lügen über Lügen!

Kay Szacknys hat seine turbulente Verwechslungskomödie im gehobenen Fleischhackermilieu angesiedelt. Er lässt seine Protagonisten kräftig flunkern, verstrickt sich aber selbst nicht im wirren Geflecht der Unwahrheiten. Zwischen Pansen, Würsten und Sülze werden die absurdesten Lügen durch den Fleischwolf gedreht, bis schließlich die Wahrheit- beinahe gänzlich- ans Tageslicht kommt.
ausführliche Beschreibung
Unter dem Portrait des seligen Konrad von Stieglitz, Gründer der altehrwürdigen „Fleischerei von Stieglitz“, geht’s rund. Alfred, langjährige Stütze des blutwurstigen Familienbetriebs, hat den eingeheirateten Schwiegersohn Daniel von Stieglitz nicht nur im Verdacht der Veruntreuung. Er ist überzeugt, dass der schnöselige Erbschleicher seine Goldene Uhr, ein Geschenk des alten Konrad zur Anerkennung seiner treuen Dienste als Fleischermeister, gestohlen hat. Gemeinsam mit dem Gehilfen Theo, der Alfreds alkoholgetrübten Intellekt noch unterbietet, bricht er in Daniels Apartment, gegenüber der Fleischerei ein.

Der führt vorerst in den Schrank, denn die beiden platzen in ein außereheliches Gülle-Gülle-Meeting des „Chefwürstchens“ Daniel mit der jungen Türkin Aysegül. Die Fitness-Trainerin, deren körperlichen Stärken ihre geistigen weit überragen, flieht ins Bad, denn der pingelige Buchhalter Biederling alarmiert mit falschen Bilanzen und lockt Daniel just vor dem amourösen side-step vom Bett ins Büro. Als Gertrud, Daniels verwitwete Schwiegermutter und leidenschaftliche Operettensängerin hereinschneit, um die verfrühte Rückkehr ihrer esoterischen Tochter Charlotte samt Enkelin Merle anzukündigen, kommen nicht nur die beiden Würstelverkäufer in Erklärungsnotstand. Sie behaupten, das Apartment zu renovieren und setzen damit ein Karussell von Verwirrungen in Gang, das nicht mehr aufzuhalten ist. Doch jede Notlüge zieht einen Rattenschwanz turbulenter Verwechslungen hinter sich.

Gertrud hält Aysegül für die neue Putzfrau, während diese in Daniels Mutter eine Verrückte wähnt. Als Charlotte mit durcheinandergewirbelten Chakren auftaucht, wird sie von Aysegül, die inzwischen zur „Gesangslehrerin“ avanciert ist, als Daniels verwirrte Schwester begrüßt, was wiederum zu Ungereimtheiten bei Tochter Merle führt. Die Fleischer und ihr Chef ziehen wider Willen an einem Strang, denn jeder hat den anderen in der Hand: Eine ohnmächtige Geliebte im Schrank, die beiden „Einbrecher“ Theo und Alfred - vorübergehend als schwules Pärchen, Turbulenzen bis hin zu späten Geständnissen. Denn der verstorbene Konrad ist nicht Charlottes Erzeuger, genauso wenig wie Daniel der von Merle ist. Und Buchhalter Biederling ist durchaus kein harmloses finger-food. Und was hat Daniel, dieses durchtriebene Schweinsohr, mit der Asche und dem Geld des seligen Konrads angestellt? Und beim grundgütigen Saumagen! - Wo ist eigentlich Alfreds Goldene Uhr geblieben?