Der Leichenverbrenner

Franzobel / Ladislav Fuks

Kongeniale Bühnenfassung nach dem tschechoslowakischen Filmklassiker
Karel Kopfrkingl ist ein vorbildlicher Ehemann und Vater. Vorbildlich ist er auch an seinem Arbeitsplatz, dem Krematorium. Er hat alle Verordnungen verinnerlicht und ist ein leidenschaftlicher Verfechter der Feuerbestattung als hygienischste aller Bestattungsmöglichkeiten. Er möchte Roman genannt werden, weil er so romantisch ist und beschäftigt sich mit Tibet und dem Dalai Lama. Als sein alter Kamerad Reinke ihm mit den Ideen der Nationalsozialisten bekannt macht, kommt Kopfrkingls Weltbild ins Wanken. Schleichend erliegt er den Verführungen und sein familiäres Idyll wird demaskiert.

Ladislav Fuks (1923-1994) hat mit seinem bitterbösen Roman den aufkommenden Faschismus in der Tschechoslowakei thematisiert. Die gleichnamige Verfilmung von 1969 gilt als einer der besten Filme des tschechoslowakischen Kinos. Franzobel hat die Parabel über Opportunismus und Mitläufertum zu einer stringenten Bühnenfassung verdichtet und den bitterbösen Humor der Vorlage durch seinen Sprachwitz bereichert.
„Der Leichenverbrenner ist eine Art tschechischer Herr Karl, zeigt, wie sich ein Kleinbürger unmerklich in ein Monster verwandelt.“
Franzobel
„Ladislav Fuks und Franzobel, die zwei Fantasten, haben sich bei diesem Text gefunden. Die Geschichte erinnert an Erzähler mit mächtiger Fabulierlust aus einem seelenverwandten Nachbarland, man denkt an Größen wie Kafka, Hašek, Bohumil Hrabal“
Barbara Petsch, Die Presse, 9. Oktober 2020
„Autor Franzobel hat das Figureninnenleben in eine tragfähige, exzellent verknappte Bühnenfassung überführt, die in ihrer Morbidität doch immer über genug Luft verfügt.“
Margarete Affenzeller, Der Standard, 9. Oktober 2020
4D 13H
Doppelbesetzungen möglich
Schauspiel
UA: 8.10.2020, Akademietheater, Wien

Credits

Dramatisierung nach dem gleichnamigen Roman von Ladislav Fuks