Das epochale Porträt des untergehenden Österreich – vom Selbstmord des Kronprinzen bis zum „Anschluss“ an das nationalsozialistische Deutschland.
„Welche Kraft in Worten ist, die man nicht sagt, zur rechten Zeit ...“
DER ENGEL MIT DER POSAUNE beleuchtet anhand der Geschichte der Wiener Familie Alt, erfolgreiche Klavierbaufabrikanten und Bewohner eines vom Urahn erbauten Hauses in der Seilerstätte 10, das an seiner Außenfassade jenen Titelgebenden Engel mit der Posaune trägt, österreichische Zeit- und Sozialgeschichte vom Ende der Monarchie bis zur NS-Zeit. Die Alts sind persönlich und sogar teils maßgeblich in die essentiellen Geschehnisse involviert: von der Tragödie in Mayerling, über den Ersten Weltkrieg, den Bürgerkrieg ’34, die Dollfuß-Ermordung bis hin zum Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland.
Im Zentrum des Stücks – die Schlüsselfigur Hans Alt, eine Art Anti-Held, der vom sensiblen, wankelmütigen, gehorsam Autoritäten folgenden Kind zum gesellschaftspolitisch verantwortlichen Mann mutiert. Hans, der von seinem Vater zur Leitung der weltberühmten Klavierfabrik forciert wurde, verzweifelt nach seiner Bestimmung im Leben sucht, überwindet seine tiefsitzenden Ängste und wird mit Ausbruch der NS-Diktatur, die in seiner Familie Opfer gefordert hat, zum „kulturellen“ Widerstandskämpfer. Er produziert im Untergrund Radiosendungen, deren Aussagen und Gehalt große Aktualität besitzen. Mit einer dieser Sendungen enden Roman und Stück…
"Susanne F. Wolf hat aus dem dickleibigen Buch eine erstaunlich beschwingte Szenenfolge herausgefiltert. Drei Generationen von Alts huschen wie Gespenster vorüber. Kaum droht eine Gestalt zum Klischee zu erstarren, zerfällt sie schon wieder zu Innenstadtstaub"
Der Standard