Job Chop Suey

Raoul Biltgen

Ein Jugendstück zum Thema Jobs, Bewerbungen und Praktikumsstellen
"Ich will den Job. Ich brauch die Stelle."
Bewerbungen sind wie Glückskekse. Schmecken tun sie nicht und ihre Weisheiten bringen dich auch nicht wirklich weiter. Aber du willst den Job. Also hältst du dich an den Glückskeksspruch, dass nur wer aufgibt, verliert, und glaubst daran, dass du irgendwann den Keks bekommst, der dir sagt: „Eines Tages zahlt sich deine Beharrlichkeit aus.“ Und dann sitzt du voll motiviert im Bewerbungsgespräch und weißt genau, den Job kriegst du nie, weil … deine Haare zu blond sind? Dein Name zu normal oder nicht normal genug ist? Oder die Personalchefin sich verlesen hat und eigentlich etwas ganz Anderes sucht? Was jetzt? Nimmst du den nächsten Glückskeksspruch oder beginnst du deine eigene Geschichte zu schreiben? Ein Theaterstück über erste Erlebnisse im Leben einer Bewerberin und die größte Glückskeksweisheit von allen: Glaub an dich selbst.
ausführliche Beschreibung
Sisa ist auf der Suche nach einem Praktikumsplatz. Das erste Bewerbungsgespräch läuft nicht gut. Singen soll sie. In einem China-Restaurant? Kabo, Sisas Konkurrent, klärt sie auf: Das Jing Long sei eine Karaoke-Bar. Kabo legt sich ordentlich ins Zeug. Er tut alles, um die Stelle zu bekommen. Sein Traumjob ist Koch. Das Jing Long sei der erste Schritt. Sisas Interesse liegt eigentlich im technischen Bereich. Diese Sound- Anlage im Jing Long ist ja vorsintflutlich! Im Apple Store wollte sie arbeiten, aber da war sie mit der Bewerbung zu spät. Eigentlich will sie keinen Stress. Ihre größte Fähigkeit sieht sie darin, sich keinen Stress zu machen. Geht das?

Ihre Lehrerin zeigt ihr, wie eine ordentliche Bewerbung auszusehen hat. Und Miyagi, ein geheimnisvoller Weiser, der sie zu verfolgen scheint, erteilt ihr öde Benimmregeln. Dabei klingt er selbst nicht gerade nobel. Ständig nervt er mit Glückskeksen und Sprüchen. Seltsamerweise
bewahrheiten sich Miyagis Weisheiten. Sisa bekommt eine zweite Chance. Und Kabo auch. Irgendwie mag sie diesen Streber. Was will sie eigentlich? Ist das wichtig? Oder ist es wichtig, das zu erfüllen, was die potentiellen Arbeitgeber wollen, einfach der Norm entsprechen?

Das zweite Gespräch im Jing Long klappt auch nicht. Dabei hat Sisa alles richtig gemacht. Sie war nett angezogen, hat Rezepte für Chop Suey und Hühnchen süß-sauer auswendig gelernt, hat brav ihre Vorbilder genannt und zu allem ja gesagt. Kabo bekommt den Job. Was macht sie falsch? Der allgegenwärtige Miyagi stellt Fragen, deren Antworten ihr schwer fallen. Und schon wieder so ein Spruch: Wolle, was du willst. Nur wolle, was du willst!

Sisa will diesen blöden Job im Jing Long gar nicht. Sie will sich nicht verleugnen, verbiegen und tun, was Miyagi sagt. Muss sie das? Hat der sie dazu gezwungen? Jetzt kapiert sie die Lektion. Und den Spruch. Wolle, was DU willst! Dazu musste sie erst lernen, was sie nicht will. Sie will die Sound-Anlage im Jing Long auf Vordermann bringen und von nun an die Tontechnik machen! Und sie will Kabo! Und siehe da: Es klappt! Sisa bekommt den Job. Jetzt macht ihr sogar der Chop-Suey-Song Spaß!
2D 1H
Jugend
Nominiert für den „Kaas & Kappes“ Kinder- und Jugenddramatikerpreis 2021
UA: Jänner 2020, Theater Jugendstil