Der Rattenfänger

Raoul Biltgen

Raoul Biltgen entlarvt in der Geschichte den versteckten Hass auf alles Fremde und zeigt sämtliche Mechanismen organisierter Machtapparate auf.
Kurz nach dem Auftauchen eines fremden Musikers wird ein kleines Städtchen von einer Rattenplage heimgesucht. Sofort gibt es Schuldzuweisungen, eine Bürgerwehr soll die Bevölkerung vor dem gefährlichen "Eindringling" schützen. Biltgen entlarvt in der Geschichte den versteckten Hass auf alles Fremde und deckt die Mechanismen organisierter Machtapparate auf. Der verhärteten Welt der Erwachsenen stehen die Kinder gegenüber, die der Autor sozusagen "an die Macht" lässt.
ausführliche Beschreibung
Auf dem Marktplatz einer Kleinstadt herrscht buntes Treiben. Die Menschen gehen ihrer Arbeit nach und pflegen ihre alltäglichen Freuden und Sorgen. Eines Tages taucht am Fluss ein Musiker auf, der mit seinem Spiel das Geschehen schlagartig verändert. Alle gehen freundlicher und respektvoller miteinander um, der stolze Bürgermeister sieht sich schon als Oberhaupt einer neuen Kulturhauptstadt
Europas.

Plötzlich tauchen am Fluss Ratten auf und wandern in Scharen in die Stadt. Der Bürgermeister sucht einen professionellen Rattenfänger und schreibt eine hohe Belohnung für denjenigen aus, der die verzweifelten Menschen von der Plage befreien könne. Der Musiker, von der aufgebrachten Menge als Urheber der Ratteninvasion beschimpft, wird als Sündenbock aus der Stadt verjagt. Als die Bürgerwehr kläglich scheitert, nehmen die Kinder die Sache in die Hand. Sie holen den Musiker zurück und zeigen den Erwachsenen, dass sich die Ratten durch seine Musik friedlich aus der Stadt locken lassen. Die Ratten sind verschwunden, doch keiner will sich mehr an die versprochene Belohnung erinnern, schon gar nicht für so einen dahergelaufenen Musikanten.

Als die Bürger den armen Musikanten sogar mit dem Gefängnis drohen, wird es den Kindern zu bunt. Sie schmieden einen geschickten Plan, um der Gerechtigkeit doch noch zum Sieg zu verhelfen....
8 Darst.
Kinder, Märchen
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