Drunter und drüber

(Die Lokalbahn)

Felix Dvorak / Ludwig Thoma

Ein Bürgermeister zwischen Macht, Intrige und Provinzposse: Als es um die heiß begehrte Autobahnabfahrt geht, feiern ihn die Bürger zunächst als Helden – doch schon bald kippt die Stimmung. Missverständnisse, überzogene Schlagzeilen und politische Spielchen treiben das Chaos voran, bis am Ende alles in einem überraschenden Kompromiss mündet.
ausführliche Beschreibung
An Domstein so11 eine Autobahn vorbeiführen. Für die Bewohner ist eine Ab- und Auffahrt "drunter dem Dornbach" wesentlich. Bürgermeister Rehbein soll sich für ihre Belange beim Landeshauptmann einsetzen. Doch dieser entscheidet für "drüber dem Dornbach" nahe dem nächsten viel kleineren Ort, wo Reisach, der große Bauunternehmer und Intimus des Landeshauptmannes wohnt.

Als der Bürgermeister von seinem Besuch zum Rathaus zurückkehrt, erwarten ihn die jubelnden Freunde und Wirtschaftstreibenden der Kleinstadt. Obwohl er ihre Interessen nicht vertreten hat, gibt er vor, mächtig auf den Tisch gehauen zu haben, wenn auch leider ohne Erfolg. Alle sind mächtig stolz und feiern ihn wie einen Helden. Ein Journalist verfaßt einen Leitartikel darüber, wie Rehbein der Regierung einheizt. Nur der Schwiegersohn in spe, Dr. Adolf Beringer, stets auf der Seite des Rechts, löst die Verlobung, da er mit einem so "revolutionären" Schwiegervater um seine Karriere bangt.

Die Turbulenzen nehmen ihren Lauf, es geht drunter und drüber. Bald befürchten die Bewohner und der Gemeinderat, Rehbeins radikales Vorgehen könnte den Zorn des Landeshauptmanns auf sie ziehen - das Resultat wäre dann gar keine Abfahrt und dadurch wirtschaftlicher Schaden. Sie wenden sich gegen ihren Freund und ehemaligen Helden. Als dieser sie aufklärt, daß alles maßlos übertrieben wäre, der Journalist mit seiner Pressefreiheit mangelnde Verantwortung zeige, taucht Reisach, der eigentliche Widersacher auf und bringt alles ins Lot: Der Landeshauptmann schätze den Bürgermeister - verständlicherweise - sehr, und Reisach selbst habe sich dafür verwendet, daß eine Auf- und Abfahrt sowohl "drunter als drüber dem Dornberg" gebaut werde. Dadurch überzeugt er auch Susi, des Bürgermeisters Tochter, auf die er schon längst ein Auge geworfen hatte.