Als könnt' ich einfach weg von hier

Wolfgang Hermann

Ein innerer Monolog über die Wege eines Ausgegrenzten.
Wolfgang Hermann skizziert die Wege eines Ausgegrenzten. Die realen Stationen, die zum Absturz geführt haben, werden nur angedeutet. Hermann liefert keine Milieustudie aus der Welt der Chlochards, beruhigt nicht mit oberflächlichen Begründungen. So wird das Scheitern seines Protagonisten, das man mit Distanz sehen könnte, umso näher gerückt.
ausführliche Beschreibung
Ein Mann sitzt an seiner Stammecke auf dem Gitter eines Metroschachts und beobachtet die vorbeihetzenden Passanten. Er ist aus der Gesellschaft ausgeschlossen, der er einmal angehört hat, inklusive monatlicher Rechnungen, Abbuchungsaufträgen und Schließfach auf der Bank. Heute nimmt ihn seine Umwelt als stinkende Kreatur wahr, von der man sich weit entfernt wähnt.

Er denkt an die Frau, die mit ihm alt werden wollte und dann nach zwei Jahren zum nächsten Liebhaber gewechselt hat. Irgendwann ist er aus einer leeren Wohnung in die Metro geflohen. Irgendwann hat sich die Flasche zu ihm gesellt und ist nicht mehr von ihm gewichen.

Der Mann hat Trennlinien innerhalb seines Körpers, seiner Hülle gezogen. Er hat den Rückzug angetreten und bewegt sich in den Zwischenräumen, die er früher übersprungen hat. Er begibt sich auf die innere Spurensuche nach dem Loch, das er dabei übersehen hat.