Eine Liebesgeschichte für fortgeschrittene Gefühlsexperten.
Viktor, der sich in einem Hotel in Marokko von seiner Scheidung erholen will, bekommt ungebetenen Besuch. Die beschwipste Julia hat sich im Zimmer geirrt und signalisiert eindeutig Kuschelbedürfnis. Da sie auch ihren eifersüchtigen Ehemann erwähnt, katapultiert Viktor die liebesbedürftige Dame höflich aber bestimmt hinaus. Ein Jahr danach laufen sie sich wieder im selben Hotel über den Weg.
Die Geschichte eines fortgeschrittenen Gefühlsexperten. Ein „gebrannter“ Autor, der seine Liebespaare schon über ein paar Hürden schickt, bevor sie zum happy-end finden. Nicht die schnellen, oberflächlichen Geschichten, sondern die langsame Annäherung ist hier gefragt. Man trennt sich nicht mehr Hals über Kopf und man schmeißt sich auch nicht Hals über Kopf ins Abenteuer. Man ist vorsichtig geworden und fängt Verletzungen ab, bevor sie passieren könnten. Wenn man dann zusammenkommt, darf die Hoffnung aufkeimen.
ausführliche Beschreibung
Ein Hotelzimmer im Jardin du Magic in Agadir, Marokko. Das Hotel lebt von seinem verblassten Luxus und der Tatsache, dass hier einmal ein Familienmitglied von König Feisal übernachtet hatte. Oder war‘s nur der Chauffeur? Viktor Kirchgasser, Experte für Malerei, der sich eigentlich von seiner Scheidung erholen will, bekommt ungebetenen Besuch. Eine sichtlich beschwipste Dame steht in seinem Zimmer und lässt ihn von ihren aktuellen Eheproblemen wissen. Und auch, dass der Angetraute, ein erfolgsorientierter Finanzmanager, sehr eifersüchtig ist. Würde er sie hier treffen, wer weiß. Julia hat offensichtlich Kuschelbedürfnis und hätte gar nichts dagegen, das bei Viktor kurzfristig zu
stillen, was ist denn schon dabei? Viktor lehnt in Anbetracht ihres angeheiterten Zustandes höflich ab, und versucht, sie loszuwerden. War‘s das?
Ein Jahr danach laufen sie sich wieder im selben Hotel über den Weg. Ist es Zufall? Julia ist immer noch verheiratet, noch dazu ist ihr zwanzigster Hochzeitstag. Viktor ist immer noch geschieden und allein, auch wenn‘s da ja angeblich eine Verlobte aus Wanne-Eickel gibt. Julia ist ihm dankbar, dass er ihr Angebot vom Vorjahr nicht angenommen hatte. Sie lebe ihre blue dreams, erklärt sie ihm, mache ihre kleinen Ausflüge in der Phantasie, ließe sich treiben. Und sie versichert Viktor, der heute gerne das mit ihr tun würde, was sie ihm vor einem Jahr angeboten hatte, dass sie glücklich verheiratet ist und ihr Mann, der gerade bei einem Ausflug eine Autopanne hat, aber sicher bald zurückkehren würde, die Liebe ihres Lebens ist. Kann man das glauben?
Wieder ein Jahr danach ist sie allein im Hotel. Und er auch. Jetzt gibt es keine Ausflüchte, keine Ehemänner, keine Verlobten. Nur der skurrile Kellner, der nichts lieber tut als Leute verarzten, schwirrt zwischen ihnen herum und hält sie über die Marotten seiner sozialistisch gesinnten Ehefrau auf dem Laufenden. Mit seinem untrüglichen spanisch-marokkanischen Blick hat er die Situation längst durchschaut und hilft ein bisschen nach. Diesmal wandert Julia mit Viktor aus ihren blue dreams in die Wirklichkeit. Der Morgen nach der rauschenden Liebesnacht bringt einiges ans Tageslicht.