Floridsdorf, August

Erwin Riess

Erwin Riess präsentiert in 29 kurzen Szenen zwei Tage im Leben von sieben jungen Menschen.
"Nimms nicht persönlich. Es ist nur wegen der Hitz."
„Floridsdorf, August oder Sieben Leben“ erzählt von sieben Jugendlichen in einem Wiener Arbeiterbezirk. An zwei heißen Augusttagen verknüpfen sich die Lebenslinien zu Konflikten: es regieren Eifersucht, Alkohol, Sexualität und immer wieder Ausbrüche von ohnmächtiger Gewalt.
ausführliche Beschreibung
Unter den sieben befinden sich Alex, ein wegen Wiederbetätigung angeklagter Neonazi, der die drogenabhängige Yvonne geschwängert hat – die „den Gschrapp“ des Kindergelds wegen bekommen will; weiters die jüngere Schwester des Neonazis, genannt Pomodoro, die auf 160 Bewerbungsschreiben nicht einmal eine Probelehre angeboten bekommt und sich mit Stuhlbriefchen an die absagenden Firmen rächt sowie der Schulabbrecher Mike, ein dunkelhäutiger Hilfsarbeiter am Bau, dessen Freundschaft zu Alex schließlich wegen Yvonne in einer Katastrophe endet. Der einzige Gymnasiast der Truppe, Tibor, ist leicht spastisch behindert. Seine Liebe zu Pomodoro wird von dieser nicht erwidert; ihr Herz schlägt ebenso für Mike wie jenes von Sabine, einem Scheidungskind, dessen Mutter von einem Wiener Nobelbezirk in die Vorstadt übersiedeln mußte. Sabine bereitet sich auf eine Karriere in der freien Wirtschaft vor; sie will möglichst rasch die neue Umgebung verlassen, kämpft aber darum, in der Clique akzeptiert zu werden. Schließlich ist da noch Sepperl, ein rhetorisch begabter, dicklicher Junge, Sohn eines sozialdemokratischen Gemeinderats. Vom Vater hat Sepperl die verschliffene Politikersprache, von Alex aber die Weltanschauung, denn Sepperl himmelt Alex an. Sepperl weiß nicht, ob er schwul ist; Alex trägt ihm auf, dies durch einen „Triumph des Willens“ herauszufinden: Sepperl soll Alex Schwester Pomodoro vergewaltigen. Und so nimmt der „Triumph des Willens“ seinen Lauf …
2D 5H
Jugend
UA: 02.05.2005, Volkstheater, Wien