Das Trauerhaus

nach der gleichnamigen Erzählung von Franz Werfel

Michaela Ronzoni / Franz Werfel

Prag 1914. Ein Haus voller Glanz und Sehnsucht wird zum Schauplatz des Wandels: Zwischen Tanz, Ritualen und improvisierter Würde geraten die Menschen aus dem Gleichgewicht, als der Halt ihrer kleinen Welt zerbricht. Inmitten von Abschied, Verdrängung und leiser Hoffnung schimmert ein Abgesang auf eine ganze Epoche. Ein Stück über Glanz und Vergänglichkeit, Oberfläche und Abgrund.
ausführliche Beschreibung
Ein elegantes Etablissement am Vorabend des Ersten Weltkriegs: goldene Spiegel, roter Samt, Plüsch und Tanzparkett – ein Ort des Rückzugs für gesellschaftsmüde Herren. Hier regiert Max Stein, alt, herzkrank, aber würdevoll. An seiner Seite: die klugen und eigenwilligen Damen Ludmilla, Illonka, Grete sowie die ordnende Edith und der Pianist Nejedli.

Als Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo erschossen wird, scheint die Welt draußen stillzustehen – drinnen geht das Geschäft weiter. Doch der plötzliche Tod Max Steins bringt alles ins Wanken. Die Damen richten ihm eine feierliche Aufbahrung aus, zwischen Trauer, Würde und Improvisation. Am Ende hält ein Grabsteinagent die Rede, Nejedli spielt die Barcarole, und das Haus verliert seinen Glanz.

Ein Abgesang auf eine Ära, in der der Glanz der Oberfläche die Brüchigkeit der Welt kaum mehr verdecken kann.