Quartett ohne Rilke

Stück in zwei Akten

Heinz Zechmann

Das seit fünf Jahren verheiratete Ehepaar Krista und Hugo ist mit Hedi und Harry befreundet, wobei es innerhalb dieser Freundschaft keine Tabus zu geben scheint.

Im Lauf der Handlung offenbart jeder der vier in Beziehung gesetzten Personen seine Meinung über die Zentralthemen des Stücks: Ist es möglich, in einre Partnerschaft absolute Freiheit zu erlangen? Wie sieht es mit dem Begriff des Besitzanspruches aus? Gibt es Liebe ohne Untreue? Und welche Qualitäten zeichnen einen guten Ehemann aus?
Während die Vertreter des männlichen Geschlechts gegebenenfalls ihre Bereitschaft zu einem Seitensprung zugeben, fordert Hedi mit allem Nachdruck die absolute Freiheit der Partner. Sie gesteht, dass sie ohne weiteres mit Kristas Ehemann ein Verhältnis einzugehen bereit wäre.
Hedis Intentionen treffen auf Hugos libidinöse Ambitionen und das Unvermeidliche trifft ein.
Krista hingegen lehnt die Untreue in der Partnerschaft als sexuelles Freiheitsbekenntnis ab. Nach Hugos Seitensprung verliert sie die Basis für die Weiterführung ihrer Ehe. Sie trennt sich von ihm und sucht Zuflucht in einer poetischen Traumwelt, in der es keine Enttäuschungen gibt.

Heinz Zechmann gelingt neben den gut gebauten Handlungsvorgängen die sukzessive Aufdeckung der Denkweise aller Personen, der Empfindungen und innerseelische Reaktionen. Sein zentrales Anliegen ist es in diesem Stück, die Fragwürdigkeit der Liebe und der Ehe aufzudecken.
2D 2H
1 Dek.
Schauspiel
UA: Herbst 1978 im Tiroler Landestheater, Innsbruck