Ein Mord aus Eifersucht, ein Prozess voller Abgründe: Zwischen Schuld und Unschuld, Wahrheit und Lüge wird das Gericht zum Spiegel menschlicher Leidenschaften. Am Ende steht die Frage, ob nicht in jedem von uns der Keim zum Täter schlummert.
ausführliche Beschreibung
Der betrogene Universitätsprofessor Walter Pettendorf erschießt seine Frau im Haus ihres Geliebten, verständigt die Polizei und wird verhaftet. Sein bester Freund, der berühmte Anwalt Dr. Paul Förster, übernimmt sofort die Verteidigung. Doch Walters Geständnis legt sich wie ein böser Traum auf die Brust des Starverteidigers, denn alle Auffälligkeiten, die auf die Untreue der ermordeten Ehebrecherin hinweisen, lassen sich deckungsgleich auf das Verhalten von Pauls Frau Maria übertragen.
Auch sie verbringt Stunden allein mit aufwendiger Toilette und lässt sich vor dem Spiegel nie küssen, aus Angst, des Ehegatten Lippen könnten die geniale Komposition, bestehend aus sorgfältig aufgetragenem Rouge und parfümiertem Puder, zerstören. Als Paul seiner Frau nachspioniert, trifft ihn der gleiche Schmerz wie Walter: auch Maria unterhält eine intensive, außereheliche Beziehung.
Im geschockten Freundes- und Bekanntenkreis der besten Wiener Gesellschaft wird die Frage diskutiert, ob jedem Menschen die Anklage zum Mörder innewohnt und sie vielleicht nur aufgrund sozialer Evolution und Zivilisiertheit als domestizierte Erinnerung in uns allen schlummert. Wird sie geweckt, fallen Konventionen, bersten Dämme und atavistische Urgewalten brechen frei.
Die Intimität der „Zellengespräche“ zwischen Paul und Walter erleichtert es dem Anwalt, seinem Mandaten zu gestehen, wahrscheinlich selbst bald zum Mörder zu werden. Erst jetzt, da er die Verlustangst und den Schmerz seines alten Kameraden nachvollziehen kann, fühlt sich Paul in der Lage, die Verteidigung mit Wissen, Schlauheit und Lüge zu führen. Denn gleich zwei Ziele soll sein Plädoyer verfolgen: Walter als Mörder freizusprechen und Maria, die immer in der ersten Reihe sitzt, klarzumachen, dass sie durchschaut ist.
Als Paul am letzten Prozesstag zu seinem Plädoyer anhebt, knistert es förmlich im Gerichtssaal vor Spannung. Maria scheint bereits zu ahnen, dass die erschreckende Parallele der Geschichten eine einzige Anklage gegen sie, ein ihr vorgehaltener Spiegle ist. Paul stellt sich selbst ins Zentrum seines mitreißenden Vortrages, mit der Frage: Was hätte ich getan?
Als sich die Geschworenen zu ihrer Beratung zurückziehen, sagt Paul seiner Frau auf den Kopf zu, dass er von ihrem Doppelleben wisse und nicht zögern werde, sie nach der Verhandlung zu erschießen. Zur allgemeinen Verwunderung sprechen die Geschworenen Walter von der Mordanklage frei, was auch Paul beruhigt. Ab sofort will er jedoch wieder alleine leben.