In Jan Grossmans Dramatisierung ist Schwejk keine Schwankfigur, die ununterbrochen zum Lachen herausfordert, sondern eine Art Katalysator, der immer wieder die eingefrorenen Verhaltensweisen der Militäre in Bewegung bringt und damit Situationen herstellt, in denen sich die Unsinnigkeit des Krieges zeigt. Schwejk ist nicht dumm, er nimmt die Dummheit anderer nur wörtlich. Das ist eine List der Vernunft im Brechtschen Sinn, auch wenn Brechts eigenen Schwejk Bearbeitung andere Absichten verfolgt.

Jan Grossmann hat den mittleren Teil des Romans, die sogenannte Budweiser Anabase, bis zum Kriegseinsatz der 91. Marschkompanie unter Leutnant Lukaschs Befehl, in eine Reihe von Szenen aufgelöst, die einander übergehen. Dementsprechend beginnt eine neue Aktion auf der Bühne, während die andere noch zu Ende läuft, manchmal ist das Geschehen auch simultan. Die Lacher gelten nicht nur Schwejk, sondern entstehen aus der Erkenntnis seiner Listigkeit. Das Vergnügen am Mitdenken, am Nachvollzug ist es, warum es Grossmann geht. Seine Dramatisierung ist eine unerbittliche Entlarvung der Gedankenlosigkeit in der Mechanik des Krieges. Grossmanns Schwejk ist der wahre Held des Friedens und der Vernunft, die den Frieden allein garantieren könnte.
Komödie, Schauspiel
UA: 30.05.1974, Westtschechisches Theater Eger
DEA: 15.01.1977, Freie Volksbühne Berlin
Übersetzung aus dem Tschechischen:
Paul Kruntorad