3. November 1918

Franz Theodor Csokor

Dritter November 1918
„Der Mensch hält mehr aus, als ihm lieb ist…“
Am 3. November 1918 kapitulierte die k. u. k Armee. Der Waffenstillstand zwischen Österreich-Ungarn und der Alliierten wurde unterzeichnet. Franz Theodor Csokor erzählt den Untergang des alten Österreich anhand einer Gruppe von Offizieren und Soldaten aller Dienstgrade und aus den unterschiedlichen Herkunftsländern der k. u. k. Monarchie.
ausführliche Beschreibung
In einem Lazarett in den Kärntner Karawanken, unweit der Isonzofront sind sie gemeinsam mit der Krankenschwester Christina von der Außenwelt abgeschnitten. Jeden zieht es in sein Herkunftsland, in seine Heimat.

Als der Matrose und Kommunist Kacziuk die Nachricht vom Zusammenbruch Österreich-Ungarns überbringt, ist auch der Zerfall der Gruppe nicht mehr aufzuhalten. Die unterschiedlichen nationalen und politischen Ideologien sind nicht mehr vereinbar. Das Pulverfass, das schon die ganze Zeit gebrodelt hat, explodiert.

Oberst Radosin, der sich weigert, den Zusammenbruch der Monarchie zu akzeptieren und die neuen Grenzen anzuerkennen, begeht Selbstmord. Seine Leute erweisen ihm die letzte Ehre, dann gehen sie endgültig. Jeder in seine neue/alte Heimat. Nur Zierovitz, der Anwalt aus Krain und Ludoltz, der Bauer aus Kärnten bleiben. Sie müssen noch eine Rechnung begleichen. Ab Mitternacht werden die einstigen Kameraden Feinde sein und aufeinander schießen.

Das Theaterstück, das Csokor nach Anregung von Ödön von Horváth schrieb, war sein größter Erfolg. Bis zu seinem Tod wurde es jedes Jahr zum österreichischen Nationalfeiertag im Burgtheater gezeigt. 1965 wurde es von Edwin Zbonek verfilmt.
„Ein prachtvolles Stück. Es ist mir sehr nahegegangen, und wie mag es erst den Österreichern ans Herz greifen?“
Thomas Mann
„Wie habe ich immer gehofft und wie hab ichs immer gewusst, dass dieser Tag für dich kommen muss, dieser Tag eines ehrlichen, großen Welterfolges, den du sosehr verdienst!“
Ödön von Horváth
„ … das Stück von Franz Theodor Csoskor ist kein ideologisch verdächtiger, wehmütiger Abgesang auf die Donaumonarchie, der einer vergangenen Welt nachtrauert. Csokor erzählt, in komprimierter Form anhand weniger Personen … wie sich am Ende des verlorenen Krieges ein jeder neu orientiert und forsch unbekanntes Neuland betritt.“
Manfred A. Schmid
„Csokor hat mit diesem balladenhaften Requiem sein bestes Werk gegeben“
Oskar Maurus Fontana
1D 11H
14 Dek.
Schauspiel
Der erste Teil von Csokors europäischer Trilogie.
UA: 10.03.1937, Burgtheater, Wien