Die Füllfeder

Lustspiel in drei Akten

Ladislaus Fodor

Ein erfolgreicher Scheidungsanwalt, überzeugt von der Treue seiner Frau, gerät selbst in den Strudel von Misstrauen und Verdächtigungen. Kleine Indizien, ein vermeintliches Geschenk und ein charmanter Dritter lassen sein Weltbild ins Wanken geraten. Als die Frauen zum Gegenschlag ausholen, kippt das Spiel um Wahrheit und Lüge. Am Ende steht die bittere Erkenntnis: Misstrauen kann zerstörerischer sein als jeder Betrug.
ausführliche Beschreibung
Der wohlhabende Scheidungsanwalt Dr. Ernst Faber ist mit seiner Frau Maria glücklich verheiratet. Jeden Tag ist er mit Lüge und Untreue zerstrittener Paare konfrontiert. Ein Umstand, der ihn zum Wahrheitsfanatiker werden ließ. Als sogar die Frau seines besten Freundes, die kokette Lilly, in Verdacht gerät, einen Geliebten zu haben, engagiert Dr. Faber einen Privatdetektiv und tröstet Rudolf, den betrogenen Ehemann. Nicht jeder hat eben das Glück, mit einer Frau wie Maria verheiratet zu sein. Maria, so ist sich Dr. Faber sicher, würde ihn niemals belügen.

Rudolf, ein pathologischer Fall von Eifersucht und begnadeter Miesmacher, kratzt jedoch heftig am Sauberfrau-Image Marias. Er habe sie sogar beim Kauf einer sündteuren, goldenen Herrenfüllfeder beobachtet. Das edle Schreibinstrument war offenbar nicht für den Ehemann bestimmt; wer also ist der Beschenkte…?

Heftige Zweifel an Marias Treue beginnen an Ernst zu nagen, als sich die höchst verdächtigen Beobachtungen um Einkäufe in der Innenstadt verifizieren lassen und Marias Verhalten zusehends seltsam wird. In ihrem Freundeskreis taucht noch dazu der steinreiche Playboy Charly auf, der Maria in die Oper und zu Empfängen begleitet, weil Ernst durch Termine immer verhindert ist und: Charly ist seit kurzem im Besitz einer goldenen Füllfeder, die er angeblich von einer Geliebten geschenkt bekommen hat!

Durch eine Indiskretion erfahren Maria und Lilly, dass ihre Männer sie durch einen Detektiv observieren lassen und sind entsetzt. Ihrer Empörung folgt der Entschluss, einen Racheplan zu schmieden. Das erste Opfer ist der Detektiv selbst. In Erwartung auf ein galantes Abendteuer wird er in die Falle gelockt und unmöglich gemacht.

Doch die Rachesucht der Frauen ist noch lange nicht gestillt. Lilly will sich dem Nächstbesten an den Hals werfen, Maria findet eine subtilere Lösung. Doch dann holt sie zum Gegenschlag aus und konfrontiert Ernst mit der Wahrheit und seinem entwürdigenden Misstrauen. Stolz wird die Füllfeder präsentiert, sie war als Geburtstagsgeschenk gedacht, doch Ernst hat alles verdorben.

Schließlich triumphiert die zu Unrecht Verdächtigste über ihren Ankläger, der ihr völlig vernichtend zu Füßen liegt und um Verzeihung fleht. Ein durch moralische Entrüstung gerechter Betrug, der den Scheidungs-Profi als Verlierer in Sachen eigener Ehe ausweist. Maria, so sieht er ein, hat nun den Ehebruch gut.