Guten Morgen Willi

Lustspiel in drei Akten

Ladislaus Fodor

Ein englisches Seebad in den 30er-Jahren: Ein wohlhabender Lebemann trennt sich von seiner Geliebten und begegnet einer selbstbewussten Ärztin, die ihm gnadenlos den Spiegel vorhält. Zwischen hysterischen Szenen, falschen Diagnosen und verwechselt geweckten Hoffnungen entspinnt sich ein turbulentes Spiel um Liebe, Standesdünkel und verletzte Eitelkeiten. Am Ende sorgt ein unerwarteter Rollenwechsel dafür, dass die Karten ganz neu gemischt werden.
ausführliche Beschreibung
In der Hotelsuite eines noblen südenglischen Badeortes der 30er Jahre zeichnet sich das Ende eines Verhältnisses ab. Der reiche landadelige Willi gibt seiner Kurzzeitbettgefährtin Lottie, die für ihren professionellen Umgang mit Liebschaften reicher Männer bekannt ist, den Laufpass. Inmitten der heftig geführten Auseinandersetzung erscheint Lord Tomkin, ein stets korrekter Gentleman und Freund aus Willis Jugendtagen. Eigentlich will er nur einen Regenschirm zurückbringen, den er sich vor zehn Jahren ausgeborgt hat.

Da Lottie, von allen Kurtisanenpflichten entbunden, immer hysterischer wird, ruft Lord Tomkin nach medizinischer Hilfe. Diese erscheint in Gestalt der attraktiven und selbstbewussten Ärztin Sally Smitt, in die sich Willi auf der Stelle verliebt. Doch die eloquente Jungärztin macht sich nichts aus reichen Playboys, auch der versnobte Landadel kann ihr gestohlen bleiben, Willis Avancen zieht sie ins Lächerliche, führt ihm sein nichtsnutziges Millionärsdasein, seine Affären und die ewig kichernden Backfische vor Augen, die Männer wie Willi ständig im Schlepptau haben.

Noch Wochen später verzehrt sich Willi auf seinem einsamen Landsitz nach der in London praktikzierenden Sally. Rasend vor Liebeskummer bestellt er die Angehimmelte unter dem Vorwand einer schweren Erkrankung zum Hausbesuch. Der Schwindel fliegt auf und Sally ist erzürnt.

Noch in der gleichen Nacht erreicht auch Lottie den Landsitz, in der Meinung Willis Liebe sei wieder entfacht. Ein fataler Irrtum, für den Willis Onkel – ein dem Tennisspiel verfallener Starchirurg – verantwortlich ist. Aufgrund der Verwechslung wähnt sich Lottie jedoch schon als zukünftige Herrin des Herrensitzes, doch Sally verbietet ihrem Patienten in letzter Minute schwere Kost und leichte Mädchen.

Flexibel wie Lottie nun mal ist, angelt sie sich Lord Tomkin, nicht ohne schon vorher ein ansehnliches Anstandshonorar von Willis Onkel kassiert zu haben. Willi kümmert sich nun intensiv um die Güter seiner Vorfahren und arbeitet wie besessen, was Sally so sexy findet, dass ihr ein „Guten Morgen, Willi“ entfährt, was in der Sprache der abgeklärten Ärztin so viel heißt wie: „Ich liebe dich!“
3D 4H
3 Dek.
Komödie, Schauspiel
UA: 1932/1933, Komödie Dresden