Eine moderne „Romeo und Julia“-Variante erzählt von Hilde, Tochter aus gutem Hause, und Hans, einem mittellosen Jus-Studenten, deren Liebe an Angst, Stolz und gesellschaftlichen Zwängen scheitert. Während Hilde aus Trotz einen reichen Baron heiratet und Hans Hildes Freundin Franzi, entfaltet sich ein Spiel aus verpassten Chancen, Seitensprüngen und gesellschaftlichem Schein. Jahre später stehen sich die einst Liebenden wieder gegenüber – und bekennen endlich, was längst verloren scheint. Ein bewegendes Drama über Jugendträume, falsche Entscheidungen und eine Liebe, die zu spät kommt.
ausführliche Beschreibung
Hilde wartet in vornehmer Zurückhaltung darauf, dass Hans endlich seine Liebe gestehen möge. Hans indes ist wie gelähmt aus Angst, den hohen Ansprüchen Hildes niemals gerecht werden zu können.
Dieses „Kommunikationsproblem“ führt schließlich zur Verlobung Hildes mit einer der besten Partie Wiens, Baron Felix von braun, einem Textilfabrikanten, der gut doppelt so alt ist wie sie. Ebenfalls aus Trotz heiratet Hans nur Wochen später Hildes beste Freundin Franzi, die sich an der Seite Hildes stets als „Beiwagerl“ fühlte. Der Jeunesse dorée allerdings ist sie für ihre Weinkrämpfe und ihren gern zur Schau gestellten Minderwertigkeitskomplex ein Begriff.
Franzi blüht förmlich auf. Ihre Eltern sind betucht und richten Hans eine luxuriöse Rechtsanwaltskanzlei an der Wiener Ringstraße ein. Während das Mauerblümchen Franzi zu einer selbstsicheren, schönen Frau heranreift, verfällt Hilde schon während der ersten Station ihrer Hochzeitsreise in Venedig. Mehrere Monate lang wollte Baron Felix seine junge Braut der europäischen Gesellschaft vorstellen, doch Hilde will nur eines: zurück nach Wien.
Schon ein halbes Jahr später wird Hans von Hilde als Scheidungsanwalt auserkoren. Baron Felix bekniet Hans, er möge Hilde diesen närrischen Schritt wieder ausreden. Sie unterhielte ein sinnliches Verhältnis zu einem Gesandten, den sie bald satt haben werde. Es sei eben ihr erster Seitensprung und mit der Zeit werde sie sich daran gewöhnen, amouröse Eskapaden ins Eheleben zu integrieren.
Hans weiß längst, dass seine geliebte Hilde sich nichts sehnlicher wünscht, als mit ihm zusammen zu sein. Er ist entschlossen, für sie alles hinzuwerfen und endlich in die Tat umzusetzen, wovon er seit Jahren träumt. Es soll nicht eine Scheidung, sondern eine Doppelscheidung werden! Da platzt Franzi mit der Nachricht ihrer Schwangerschaft ins Geschehen, uns Hans muss erkennen, dass er längst zu einer Marionette des Faktischen geworden ist.
Franzi bekommt Kinder, Hilde bleibt Frau Baronin und pflegt ihre Seitensprünge, die der Wiener Gesellschaft reichen Gesprächsstoff bieten, während ihr Mann immer öfter zu kuren geruht. Der Epilog am Cobenzl führt Hilde und Hans vor Augen, wie unerreichbar weit entfernt ihre Sehnsüchte waren, wie sie sich beide arrangierten, billige Kompromisse schlossen, Jugendträume verjagten, ihre Ehen trotz schlecht getarnter Liebschaften beinahe selbstverständlich abliefern. Endlich bekennen sie einander ihre Liebe – spät, leidenschaftlich, kompromisslos und aussichtslos.