Eine junge Braut träumt von einer glanzvollen Hochzeitsnacht an der Riviera – bis sie erfährt, dass ihr Ehemann ein spielsüchtiger Lebemann ist. Zwischen Enttäuschung und Befreiung entdeckt sie an der Seite einer erfahrenen Kokotte neue Freiheit und wagt ein Spiel mit der eigenen Rolle. Aus der betrogenen Ehefrau wird für eine Nacht eine selbstbestimmte Verführerin. Am Ende entscheidet sie sich für Liebe und Neuanfang – und schreibt ihre Flitterwochen neu.
ausführliche Beschreibung
Ein Mädchenleben lang hat sich die bezaubernde Hella auf diesen Tag und diese Nacht vorbereitet. Einer großbürgerlichen Wiener Familie entstammend, übte sie sich in Sprachen, Sport und Gesellschaftsleben, nur um auf die späteren Pflichten an der Seite ihres Zukünftigen, der selbstverständlich eine „gute Partie“ sein muss, vorbereitet zu sein.
Nun ist es so weit. Vormittag war die Hochzeit, dann der herrliche Flug über die Alpen, jetzt der atemberaubende Blick auf die Riviera aus dem Zimmer eines Grand-Hotels. Ein Flitterwochenbeginn wie er schöner nicht ein kann. Ein Galadiner soll die Nacht der Nächte einleiten. Peter, der elegante Bräutigam, bittet Hella um Erlaubnis, noch ganz schnell vor dem Abendessen eine Glücksnummer im Casino setzen zu dürfen – und schon ist er weg.
Von Jeanne Rose, einer weltgewandten Kokotte, erfährt Hella, dass ihr Traummann nicht nur Stammgast des Hauses und der professionellen Cote d'Azur-Schönen, sondern darüber hinaus der Spielsucht vollends verfallen ist.
Hella ist außer sich. Nicht nur, dass ihr frisch Vermählter ein Spieler und Lügner ist, muss sie es auch noch aus dem Mund seiner Langzeitgeliebten erfahren – und das alles in der Hochzeitsnacht. Wie in Trance beobachtet sie, wie Peter für kurze Augenblicke ins Zimmer huscht und immer wieder Geld einfordert. Er scheint seine Frau tatsächlich nicht mehr wahrzunehmen.
Ein paar Gläser Champagner bringen Hella wieder auf Trab und seltsamerweise freundet sie sich nicht nur mit Jeanne Rose an, sondern auch mit dem Gedanken, es Peter heimzuzahlen. Eine Nacht lang will sie selbst Kokotte sein, ganz professionell, wie Jeanne Rose. Die bürgerliche Aufzucht wie eine zu eng gewordene Haut abstreifend, flirtet sie im Restaurant mit Marcel, einem reichen Mittvierziger und Weltmann, der Hellas jugendlicher Strahlkraft schnell erliegt, wiewohl er ahnt, dass mit diesem Mädchen irgendetwas nicht stimmt.
Peter indes hat alles verloren. Hellas Eltern werden Geld anweisen müssen – was für eine Schande. Dass seine Braut in Begleitung eines anderen Mannes soupiert, lässt ihn völlig kalt. Jetzt will er Hellas Schmuck. Eine allerletzte Chance räumt sie Peter noch ein und steckt dem Spielsüchtigen die Anzahlung des Herrn für die versprochene Nacht zu. In Wirklichkeit hat sie sich längst in Marcel verliebt, dem sie schließlich gesteht, keine Liebesdienerin, sondern eine um ihre Hochzeitsnacht betrogene Amateurin zu sein.
Marcel ist wie verzaubert. Zwar sprengt Peter um Mitternacht die Bank von Monte Carlo und will Hella sein Vermögen zu Füßen legen, doch ihr Entschluss ist bereits gefallen. Nach Hause telegrafiert sie: Habe Mann getauscht, setze Hochzeitsreise ungestört fort.