Menschen von gestern

Ladislaus Fodor

Im Hotel Libertad, einer schillernden Zuflucht während der letzten Kriegsjahre, stranden Flüchtlinge, Aristokraten, Militärs und Lebenskünstler wie Schiffbrüchige an einer imaginären Küste. Jeder klammert sich an Rollen, Rituale und fragile Bindungen, um im Chaos nicht sich selbst zu verlieren. Liebe, Verrat, Geschäft und Überlebenskunst verweben sich zu einem Reigen von Geschichten im Exil. Während draußen die Welt in Flammen steht, scheint in der Nobelherberge der Freiheit die Zeit stillzustehen.hen.
ausführliche Beschreibung
Ein Reigen von Episoden erzählt vom Schicksal kriegsgezeichneter Menschen, die wie Strandgut an die Küste einer imaginären Insel gespült wurden – das Hotel Libertad. Inmitten des Chaos der letzten Kriegsjahre versuchen sie zu überleben: alliierte Offiziere, Fürsten, Revolutionäre, Industrielle, Lebenskünstler, Vertriebene und Entwurzelte. Alle klammern sich an ihre erlernten Rollen, als ginge es darum, im Trümmerfeld nicht auch noch die eigene Identität zu verlieren. Zerbrechliches wie Porzellan oder Liebesgeschichten wird zum Halt in einer Welt, die ins Nichts zu stürzen droht.

Andere kämpfen mit den seelischen Wüsten der Emigration. Wiener Aristokratinnen verbreiten Bunkerstimmung und trösten sich mit Erinnerungen an die Monarchie, während gegen die Katastrophe Hitler kein Schutzschirm hilft – außer dem aufrechten Gang. Für den Waffenhändler Sir Ruben ist jeder Schuss ein Gewinn, für die junge Baroness dagegen bedeutet Liebe zu einem mittellosen Flüchtling aus Ungarn den Bruch mit der alten Welt.

Ein Gigolo, eine Tänzerin, Agenten, Gestrandete – das Hotel Libertad ist ein Zoo exotischer Existenzen, eine Enklave jenseits der Wirklichkeit. Hier entlarvt man Nazis, träumt von Texas, stirbt an Intrigen oder flieht in Illusionen. Träume erblühen und vergehen, während draußen die Welt in Flammen steht. Und während die Fahrstühle monoton auf und ab gleiten, der Pianist unermüdlich spielt und die Lautsprecher die nächsten Abflüge verkünden, scheint in der Nobelherberge der Freiheit die Zeit stillzustehen.
8D 20H
7 Dek.
Schauspiel
Übersetzung aus dem Ungarischen:
Helmut Qualtinger