Höhenangst

Hubert Flattinger

Ein Superstar der Popmusik mitten im Gebirge in Tirol. Mit pathologischer Höhenangst geschlagen und das in einer Liftgondel über den Skipisten von Ischl. Er als das Idol der Musikszene im Super-Event auf dem Gipfel. Gewohnt, betreut zu werden, hat er Alfred zugeteilt bekommen. Er trägt einen gemusterten Skianzug, hat ein Funkgerät und soll Superstar Bob im Gleichgewicht und bei Laune halten. Man hat den Ängsten Rechnung getragen und die Glaswände der Gondel mit Plakaten verklebt. Seltsamerweise aber mit Ansichten von schneebedeckten Gipfeln.

Alfred macht Konversation. Zuerst in Pidgin - Englisch, dann immer mehr in seiner gewohnten tirolerischen Zunge. Zuerst versucht er ein Gespräch, erhält aber nie eine Antwort, allerhöchstens ein Brummen.

Das macht ihn schließlich nervös und letzten Endes aggressiv. Er reißt die Plakate herunter und will auf diese Art den Star zu einem Bekenntnis seiner Neurosen bringen, selbstverständlich umsonst. Die Seilbahn hält an, die panische Reaktion des Stars ist zu erwarten. Alfred übernimmt wieder seine Betreuerrolle, tröstet , beruhigt und ist ganz für den Star da. Dass er diese Zeit der relativen Nähe zu der Berühmtheit dafür nützt, ihm von seiner eigenen misslungenen Karriere zu erzählen, war zu erwarten. Jedenfalls ist für Alfred dieses Zusammensein eine Fahrt durch sein eigenes Inneres. Der Star hat ihm nur ertragen. Alfred schießt noch ein Erinnerungsfoto von sich gemeinsam mit Bob und schon hat ihn das fröhliche Event- Managerleben wieder.