Königin der Berge

Daniel Wisser

Vom Leben in seiner schrecklichen Schönheit und der Unmöglichkeit zu sagen, wann man es gut sein lassen kann.
„Wenn es eine Seele gäbe, würde ich mir dort ein Piercing machen lassen.“
Robert Turin, Mitte vierzig, will in der Schweiz sterben, denn dort könnte er selbst bestimmen, wann es so weit ist. Lieber noch wäre es ihm, er wäre nicht unheilbar krank, aber an der Diagnose ist nicht zu rütteln: Multiple Sklerose. Um seiner Frau nicht zur Last zu fallen, übersiedelt er in ein Heim, freiwillig und vor der Zeit. Doch pflegeleicht ist der verschrobene Patient nicht, das merken die Schwestern bald. Während sich sein Zustand verschlechtert, beschließt er, seinem Leben ein Ende zu setzen, bevor es zu spät ist. Doch so einfach ist das nicht: So wie er im Alltag auf Unterstützung angewiesen ist, um vom Bett in den Rollstuhl zu kommen, damit er in der Kantine sein tägliches Quantum Wein trinken kann, braucht er auch zum Sterben Hilfe. Aber wer fährt ihn in die Schweiz? Und wie kann er ihn (besser: sie) dazu bringen? Turin versucht es mit Charme, denn wie Uber funktioniert, kann ihm keiner sagen …
„eine berührende Bühnenadaption … Es geht um große Fragen: Was macht das Leben lebenswert? Wie geht man mit einer schweren Krankheit um? Was bedeutet ein Sterben in Würde? Wie nimmt man Abschied? Und was bedeutet Langzeitpflege?“
Der Standard
6D 2H
Schauspiel
UA: 19.5.2021, Kammerspiele/Landestheater Innsbruck
Bearbeitung: Thomas Krauß