Die Nachtwächter

Oskar Zemme

Allabendlich begeben sich die beiden Nachtwächter Max und Emil auf ihren Kontrollgang durch die verlassene Fabrik. Im Zimmer des Direktors halten sie ihre Rast, um ein wenig „Höhenluft“ zu atmen und von der Macht zu kosten. Dort spielen sie ihr Lieblingsspiel –Direktor und Untergebener – einer der beiden ist allerdings persönlich dabei engagiert, sodass sein Spiel bittere Wirklichkeit wird.
„Zemme schreibt ausgezeichnete Dialoge. Sie allein stülpen die Handlung dieses Zweipersonenstücks um und um, tragen voran. Die Dialogtechnik erinnert ein wenig an die von Harold Pinter. Das Spiel der Nachtwächter, um die Rache am Chef zu proben, weckt Erinnerungen an Genets Zofen.“
Sonja Luyken, Osnabrücker Nachrichten, 25. April 1969
„Oskar Zemme … bewegt sich, listig auf dem Umweg über sehr private Angelenheiten, in gesellschaftskritischen Bereichen. Banalität interessiert ihn; der Spleen leicht absonderlicher Existenzen verrückt und erweitert die Perspektiven von selbst.“
Dietmar N. Schmidt, Münchner Abendzeitung, 29. April 1969
2H
1 Dek.
Einakter, Schauspiel
UA: 14.04.1969, Theater am Domhof, Osnabrück, Regie: Horst Antlitz