Gemeinsam ist Alzheimer schöner

Peter Turrini

ER und SIE sitzen in ihren Rollstühlen. Sie befinden sich in einer Seniorenresidenz. Apathisch schauen sie vor sich hin. Plötzlich springen sie auf und sind jung. Zwischen Gegenwart und Vergangenheit durchleben sie in unterschiedlichen Altersstufen ihre gemeinsamen Jahrzehnte, ihre Ehe. Die Glücksmomente, die Verletzungen, die Höhenflüge und die Abgründe: alles ein Augenblick. Am Ende kommt die Liebe zurück. Peter Turrinis Meisterwerk über die Ungreifbarkeit der Zeit. Mit sparsamen Mitteln erschließt sich die Verortung. Ein karger Raum, zwei Lautsprecher, aus denen zwei Stimmen zu hören sind. Nur einen lässt Turrini die Szene betreten: Den kleinen Enkel, das Kind, das mit seinen Fragen und seinem Lachen in die Zukunft weist.
"Ein Wunder von einem Kammerspiel ist Peter Turrini da geglückt: zwei ergiebige, glaubhafte Rollen, poetische, warmherzige Dialoge und der Grundton der Zuversicht, der sein Alterswerk überglänzt. Eine Pretiose in Zeiten der Novitäten-Inflation, in großer Besetzung."
Kronen Zeitung
"Es ist vielleicht das schönste, sicher aber das persönlichste Stück, das Peter Turrini in den vergangenen Jahren geschrieben hat. Es geht um Liebe, um Zärtlichkeit, um Wut, um das Leben an sich. Turrini legt den Finger auf die erlebten und die nicht erlebten Wunden, spielt virtuos mit Leben, Zeit und Metaebenen. Herrlich leicht, tieftraurig, hinreißend komisch, politisch knallhart liefert sich dieses Paar einen furios-rüden-zärtlichen Schlagabtausch."
Kurier