Die Trauerweide

Ivana Jeissing

Eine junge Trauerweide soll im Garten von Marie und Eugen Glanz gepflanzt werden. Sie liegt auf dem Rasen und teilweise auf dem Terrassenboden. Ihre langen Äste verdecken auch eine der Sonnenliegen.
Eugen hat wieder einmal etwas falsch gemacht. Der Baum ist zu groß und Marie muss wie so oft das Problem lösen. Eugen hat viele Ideen, doch er bringt nichts zu Ende. Die beiden stecken deswegen in einer Krise. Eskaliert ist es, nachdem sie ihren ersten großen Architekturwettbewerb gewonnen hatten. Zuvor war ihr gemeinsames Leben nach Plan verlaufen. Aber als die Baubehörde einige Korrekturen am Entwurf verlangt, tritt Eugen in seiner Eitelkeit verletzt von dem Projekt zurück ohne Marie in diese weittragende Entscheidung miteinzubeziehen. Marie arbeitet daraufhin für das zweitplatzierte Architekturbüro Dornau. Eugen fühlt sich verraten und in der Bau-Branche lächerlich gemacht. Während er sich immer mehr zurückzieht, fühlt sich Marie missverstanden und alleine gelassen.

Eine schwarze Komödie über das Scheitern und den hilflosen Versuch von Marie und Eugen Glanz das zerstörte Vertrauen in ihrer Ehe wiederherzustellen.
Aus ihrer einst so perfekt geplanten gemeinsamen Lauf-Bahn kämpfen beide nun alleine um Anerkennung. Marie wirft Eugen Kompromisslosigkeit und selbstverliebten Stolz vor. Eugen wirft Marie Verrat an ihrem gemeinsamen Lebensplan vor. Als ein Revolver ins Spiel kommt geht es plötzlich um Leben und Tod.