Frau Schmitt und Herr Meier

Bernd Jeschek

Eine schräge Komödie um Schein und Sein.
"Blicken Sie uns tief in die Augen!"
Zwei liebenswerte Lebenskünstler auf kriminellen Abwegen. Doch keine Angst, sie tun nichts. Mit dem Banküberfall und der geraubten Firmenkassa haben sie absolut nichts zu tun. Warum auch, wenn man die Kunst der Hypnose beherrscht und andere Idioten findet, die nie begangene Verbrechen gestehen?
ausführliche Beschreibung
Herrn Schmitt und Frau Meier verschlägt es auf eine Parkbank im idyllischen Grün einer Großstadt. Sie haben etwas gemeinsam: eine Reisetasche auf dem Schoß, die sie fest umklammern. Was mag da wohl drin sein? Seltsam, heute sind alle so nervös. Polizei, Sirenen, aufgebrachte Journalisten. Ah, ein Banküberfall gegenüber, und – nicht zu fassen- im selben Haus auch noch ein Diebstahl? Und der flüchtige Bankräuber, oder gar eine Bankräuberin?- und der diebische Buchhalter, der immer so unscheinbar war- wie vom Erdboden verschluckt? Herr Schmitt und Frau Meier sind sich nach einem vielsagenden Blick durch ihre dunklen Sonnenbrillen einig: man ist nirgendwo mehr sicher auf dieser Welt, und speziell in diesen Zeiten. Nachdem sich der Sturm gelegt- und man lästige Penner, Reporter, religiöse Fanatiker und ähnlich kriminelles Pack mit frisch glänzenden Geldscheinen abgefertigt hat, kann man endlich ein Stückchen näherrücken. Und siehe da- da keimt Sympathie auf, eine Seelenverwandtschaft mit gemeinsamer Interessensgrundlage ist nicht zu leugnen. Bevor der Pöbel falsche Schlüsse ziehen und Herrn Schmitt und Frau Meier gar unterstellen könnte, mit diesen Verbrechen etwas zu tun zu haben, sollte man rasch in gemeinsamer Eintracht dieser brutalen Welt entfliehen. Wer würde denn auch in dieser kriminellen Spaßgesellschaft die Beweggründe solch integrer Menschen verstehen? Wer könnte sich in die Gedanken eines Hobbyhypnotiseurs versetzen, dem der Kassier der Firma nach intensivem Blickkontakt die Geldkasse förmlich aufgedrängt hat? Wer die Beweggründe einer schüchternen Frau nachvollziehen, die nach einem „Seminar für Selbstbewusstsein“ ihr Mauerblümchendasein an den Nagel hängt und mutig direkt zum Geldschalter der nächsten Bank spaziert?

Ja, so nehmen Herr Schmitt und Frau Meier sich und ihre prallen Taschen an der Hand und eilen eng umschlungen ins nächstbeste Flugzeug, schnell weg aus dem heimatlichen Sündenpfuhl. Sie landen in einem schönen Land, in dem ihnen mandeläugige Mädchen Blumenkränze um den Hals legen- ein kleines Paradies, das für die Entbehrungen der Vergangenheit entschädigt. Ja, und nach erfolgreicher
Gründung der „Lodge zum seelischen Frieden“ steht einer Liebesheirat eigentlich nichts mehr im Wege. Doch wer stört denn da bei der Hochzeit? Bekannte Gesichter aus dem früheren Leben, ein ehrgeiziger Detektiv mit einer Reporterin, die als turtelndes Liebespaar hartnäckig nach flüchtigen Verbrechern fahnden? Was soll man denn noch tun? Dem Polizeipräsidenten hat man ja schon Geld zur Erhaltung der Sicherheit auf diesem schönen Fleckchen Erde zugesteckt, aber dieses neugierige Pärchen? Doch halt! Was wäre, wenn- aber ja doch- könnte man diesen knutschenden Schnüfflern nicht eine spezielle VIP- Hypnose verpassen? Sodass sie die Lodge in Richtung Heimat verlassen und gar nicht mehr wissen, was sie gesucht haben? Und sich endlich ihrer „begangenen Straftaten“ besinnen und ein umfangreiches Geständnis ablegen? Herr Schmitt und Frau Meier sind sich wieder einmal einig: Es muss gehandelt werden.
3D 10H
Komödie, Krimi, Schauspiel