Die Glocken

(Zvony)
Dramatisierte Legende

František Langer

Ein junges Mädchen wartet beim Anblick einer Jesusstatue in einem Kerker auf seine baldige Hinrichtung. Man beschuldigt sie der Ketzerei und des Mordes an einem Mönch, der sie vergewaltigt hatte.

Am Tag der kommenden Auferstehungsfeier, zu der sich alle Inquisitoren des Landes einfinden, soll sie auf dem Scheiterhaufen sterben. Selbst dem Großinquisitor gelingt es nicht, sie angesichts des Todes zur Taufe zu überreden. Als Christin bliebe ihr der Tod auf dem Scheiterhaufen erspart und sie würde auf „mildere“ Weise nur mit dem Schwert getötet werden.

Da tritt Jesus aus seiner Statue heraus und bittet das Mädchen auf Knien, die Taufe anzunehmen, um friedlich zu sterben. Er spricht von Qualen seiner Kreuzigung und will sie vor den grauen des Todes in den Flammen bewahren. Sie erkennt ihn und nimmt die Taufe an. Begleitet von Glockengeläute der Auferstehungsmesse stirbt sie, die den Namen Mara, die Bittere, erhalten hat, friedlich.
1D 2H
1 Dek.
Schauspiel
Übersetzung aus dem Tschechischen:
Otto Pick