Die Reiterpatrouille

(Jízdní hlídka)
Schauspiel in drei Akten

František Langer

Zur Erstaufführung seiner Reiterpatrouille schreibt der Autor über die Atmosphäre, in der seine Dichtung entstand, an die Leitung des Schauspielhauses:

Die tschechischen Legionen sind während des Weltkrieges auf dem Boden der Entente-Staaten entstanden. Ihr Ziel war der Kampf für die Selbstständigkeit, die ihr vor 300 Jahren geraubt worden war.

Diese Legionen setzen sich aus Kolonisten, Emigranten, Gefangenen der österreichisch-ungarischen Armee zusammen, aus kleinen Leuten, Handwerkern, Studenten und Bauern. Nur Berufssoldaten waren keine darunter.

Im Verlauf des Krieges haben diese Legionen durch die Praxis Erfahrung bekommen, die sich sehr gut bewährt. Sie haben sich für ihre Idee auf allen Kriegsschauplätzen auf Seiten der verbündeten Armeen geschlagen und standen im besten Rufe.

Die alte böhmische Kriegstradition, die während der vergangenen 300 Jahre unterbrochen war, lebte wieder auf. Die Erinnerung an die Hussitenkriege vor 500 Jahren, jene Kämpfe für die Freiheit der Religion, wurden wieder lebendig, an die Vorkämpfer der Reformation und ihren geistigen Führer Johann Huss, der in Konstanz als verfehmter Ketzer den Feuertod erlitt für die Idee der Freiheit. Mit ihm war es das gesamte Volk, Kleinbauern, Bürger und der niedere Adel, die Hab und Gut im Stich ließen, um zu bekräftigen, dass sie zusammengehören und eine einzige Familie bilden. Sie nannten sich untereinander alle Brüder. Die Tradition dieser Bruderschaft war im gesamten Volke all die Jahrhunderte hindurch frisch geblieben und sie erstand in dem Heer der Legionäre aufs neue. Alle nannten sich Brüder, vom niedrigsten Soldaten bis zum Höchstkommandierenden und fühlten sich auch als solche.
Die ganze Moral des Heeres basierte auf diesem Ehrgefühl.
13H
Schauspiel
Übersetzung aus dem Tschechischen:
Otto Pick