Satisfaction

or: What's Mick Jagger to Ada Popp?

Wilhelm Pevny

Charlotte Renner ist Ada Popp, leicht gebückt vom ständigen Unterordnen, fremd in der Rolle der Herrin. weiterhin ordentlich im etwas unpersönlichen Raum, unglücklich in der Versuchung all das zu tun, was man ihr bisher verbot.

Charlotte Renners Ada ist bedauernswert, aber nie lächerlich, auch dann nicht, wenn es von der Situation her möglich wäre, auch dann nicht, wenn es von der Situation her möglich wäre. Ihre pausenlose Präsenz ist packend, ihre Gestaltung erschütternd. Wie aus einer anderen Welt erscheinen Siegfried Duhnke und Helmut Schübscher als Telefonarbeiter. Sie sind noch jung, unkompliziert, und sie erkenne lange nicht die Situation der alternden Frau. Die Konfrontation der jungen Männer mit ihrer möglicherweise eigenen Zukunft vermag das Publikum unausgesetzt zu interessieren. Es ist faszinierend zuzusehen, wenn sie plötzlich auf die Idee kommen, diese arme reiche Frau auszunehmen, sie vielleicht sogar zu berauben, ohne dass sie es aussprechen. Doch dann folgt die krasse Ernüchterung, mit der das Stück ausklingt.
1D 2H
Schauspiel
Englisch
UA: 24.10.73, Westfälisches Landestheater, Regie: Herbert Adamec
Übersetzung aus dem Deutschen:
Richard Dixon