Spiel mit Scheinen

Komödie in acht Szenen

Martin Roda Becher

Ist es ein Spleen, eine Art exhibitionistische Lust, die den alten Herbert dazu bringt, sein Geld jeden Monatsanfang im Koffer in den Park zu tragen und dort zu zählen - immer auf derselben Parkbank? Kein Wunder, dass er dort nicht lange allein bleibt. Magisch angezogen vom Glanz des Geldschatzes, bildet sich um die Parkbank herum eine kleine Entourage.
ausführliche Beschreibung
Da ist sein Neffe Michael, ein Straßenmusikant, der unter chronischem Geldmangel leidet, dessen Freundin Daisy, die gerade wegen einer Lappalie ihren Job als Kellnerin in einer Konditorei verloren hat. Auch Willi, der selbst im Ruhestand das Spionieren und Überwachen anderer Leute nicht lassen kann, gehört zu dieser kleinen Parkgesellschaft, die sich an die Fersen Herberts mit seinem Geldkoffer geheftet hat. Willi empfiehlt sich anfangs als Beschützer Herberts, während Michael und Daisy als Bittsteller auftreten, doch im Verlauf dieses Spiels, in dem jeder gegen jeden intrigiert, vertauschen sich die Rollen, bilden sich neue Fronten und Koalitionen. Daisy spielt ihre weiblichen Reize aus, um Herbert zu verführen, versucht, ihn als Sponsor für ihre Sängerinnenkarriere zu gewinnen, Willi gibt sich als ihr Manager aus. Michael steht zwischen den Fronten und bleibt als erster in diesem Spiel um Geld und Anerkennung auf der Strecke. Als Verlierer verlässt er den Park. Doch die vermeintlichen Sieger – Daisy und Willi – haben die Rechnung ohne den Wirt bzw. den alten Herbert gemacht, der am Ende alle austrickst. Nichts ist so, wie es scheint – und selbst auf die Geldscheine, dieses Objekte der Begierde, ist kein Verlass. Sie erweisen sich als Blüten.
1D 3H
Komödie, Schauspiel