Alexander Kubelka stellt die historische Handlung in einen spannenden gegenwärtigen Rahmen.
"Ein mehr als wunderliches Kind ist der, vielleicht das Rätsel unserer Zeit?"
Der größte Kriminalfall des 19. im 21. Jahrhundert! Frau Dr. Feuerbach, die Ururenkelin des berühmten Ritter von Feuerbach, will´s wissen. Sie rollt den Fall noch einmal auf. Caspars Auftauchen am 26.Mai 1828 war so mysteriös wie sein Tod fünf Jahre später. Der 16-Jährige Caspar konnte kaum sprechen und aufrecht gehen. Ohne menschlichen Kontakt sei er in einen Keller gesperrt gewesen, entnimmt man seinem verworrenen Stammeln. Zwei anonyme Briefe, die er bei sich trägt, bringen kein Licht ins Dunkel. Der Fall lässt international
aufhorchen.

Caspar Hauser, der rätselhafte Findling, das „Kind Europas“: Seine Geschichte hat bis heute nichts an Faszination verloren. Nach der sogenannten Prinzenlegende wäre Caspar der direkte Nachkomme des Fürsten Carl. Man habe ihn gegen einen sterbenden Säugling ausgetauscht und verschwinden lassen. So habe man den Söhnen der zweiten Frau des Fürsten, Gräfin Hachberg, die Thronfolge ermöglicht. In der ersten Linie häuften
sich verdächtig viele Todesfälle neugeborener Knaben. Ein Erbfolgegesetz protegiert das Vorrücken der Hachberg-Sprösslinge im Falle fehlender männlicher Erben aus der ersten Linie. Wurde Caspar um die Vorzüge einer hohen Geburt gebracht? Bis heute profitieren die Nachfahren der Hachberg.
ausführliche Beschreibung
Nach der Erbprinzentheorie ist Stéphanie de Beauharnais Caspars Mutter. Die Adoptivtochter Napoleons ist die erste Gemahlin des Fürsten Carl. Das Gerücht geht noch ein Stück weiter: Caspar, ein Spross des Bonaparte? Hat sich der große Eroberer auch seine adoptierte Nichte, die Frau, mit der er Carl verheiratet hat, genommen? Carls Reich vergrößerte sich durch die Allianz mit den Franzosen um ein Vielfaches. Oder ist Caspar ein Betrüger, der alle an der Nase herumführt?

Caspar sieht die Welt mit seinen Augen. Ein Bett ist für ihn ein weißer Berg. Er amüsiert sich über sein Spiegelbild. Einen Regenbogen will er um die Erde spannen und mit dem sprechen, der diese erschaffen hat. Er sammelt Brotkrümel für sein verschollenes Holzpferdchen, ein Reiter will er werden. Er lernt schnell und will alles wissen. Eine mysteriöse Flaschenpost wirft weitere Fragen auf. Ebenso eine Zeichnung Caspars, ein Wappen, das auf ein Schloss der Gräfin Hachberg schließen lässt. War er dort versteckt?

Frau Dr. Feuerbach disputiert im 21. Jahrhundert mit der Journaille über Caspars Identität, so wie es, 200 Jahre zuvor, ihr Ururgroßvater, der Begründer der deutschen Strafrechtslehre, getan hat: Ritter von Feuerbach forschte in den Stammbüchern europäischer Fürstenhäuser nach „erkalteten“ Säuglingen. Der geheime Staatsrat des Reiches musste verdeckt ermitteln. Für Feuerbach war Caspar mehr als ein juristischer Fall. Auch Professor Daumer kümmerte sich um Caspars „Menschwerdung“. Beide stießen an Grenzen. Von ganz „oben“.

Alexander Kubelka gibt den bekannten Tatsachen poetische Kraft und legt das Gewicht auf Caspars sprachliche Entwicklung. Das Verstehen der Worte führt zum Unverständnis über die Welt. Das Unverständnis der Welt führt zu Caspars Tod. Sein Leben und sein Tod bleiben ein Rätsel.
1D 6H
Doppelbesetzungen
Schauspiel