Brief aus Wien

Helmut Qualtinger

Was schreibt man, wenn man nichts zu sagen hat
„Ich möchte auch mal einen Brief aus Salzburg lesen ..."
In einem Wiener Café sitzen zwei junge Deutsche und versuchen, Briefe an ihre Freundinnen zu schreiben. Doch jedes Wort wirkt schon wie aus der Zeitung abgeschrieben, jede Formulierung klingt banal oder überholt. Zwischen Notizen über Mineralwasser, Bismarck-Zitate und Goethe-Anspielungen schwanken sie zwischen Heimweh, Beobachtungen über Wien und der Angst, nichts Eigenes sagen zu können.

Während sie sich gegenseitig verbessern, streiten und doch immer wieder dasselbe schreiben, spiegelt ihr Briefwechsel die Ratlosigkeit junger Menschen wider, die einerseits Eindruck machen wollen, andererseits in Floskeln und Klischees gefangen sind.

Als schließlich die ersehnten Mädchen tatsächlich im Café auftauchen, kippt das Spiel ins Groteske: Aus dem geplanten „Brief aus Wien“ wird ein absurdes Echo von Unsicherheit, Sprachlosigkeit und Selbstinszenierung.
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Sketche