Das Opfer

Helmut Qualtinger

Wenn das Leben zur Anklage wird
Ein namenloser Erzähler schildert sein Leben als endlose Kette von Kränkungen, Zurückweisungen und gescheiterten Versuchen, „ein guter Mensch“ zu sein. Er wollte arbeiten, kandidierte für Ämter, bot sich für Dienste an – doch nirgends wurde er gebraucht oder ernst genommen.

Von seiner Mutter unverstanden, von Freunden verlassen, von Ämtern ausgelacht und von Fremden misstrauisch beäugt, erlebt er jede Initiative als Demütigung: im Altersheim, bei der Blutbank, als Helfer im Schnee, sogar als Bettler, der anderen Geld geben will. Sogar Tiere und Vögel scheinen ihn zu verhöhnen.

Am Ende bleibt ihm nur der zynische Entschluss, „ein böser Mensch“ zu werden – indem er nicht mehr um Anerkennung ringt, sondern mit Spott, Provokation und innerem Rückzug überlebt.