Das Rasthaus

Helmut Qualtinger

Eine Rast, die keine Ruhe bringt
Ein österreichisches Ehepaar sitzt im Autobahnrasthaus, diskutiert über Unfälle, Gurte, Cola und Niki Lauda. Bald stößt ein deutsches Ehepaar dazu, und aus harmlosen Plaudereien wird ein Abgrund von Erinnerungen an Krieg, Lager, Schuldfragen und antisemitischen Andeutungen.

Zwischen Bildzeitung, Würsteln und Urlaubserinnerungen blitzen nationale Ressentiments, alte Nazi-Parolen und verdrängte Traumata auf. Selbst ein zufällig entdecktes Hakenkreuz auf der Toilette wirkt wie ein Menetekel: „Die Jungen denken schon wieder so.“

Am Ende prallen beide Paare in einer grotesken Schimpftirade aufeinander – „Immer sind es die Deutschen!“ – und lassen im Nebensatz die Fortsetzung des alten Hasses erkennen.
2D 2H
Sketche