Aggressionsmanagement

Mario Wurmitzer

Ein Spiel wechselhafter Beziehungen. Mit haltlosen Perspektiven, unverbindlichen Emotionen, kurzfristigen Strategien und austauschbaren Zielen.
Die Aggressionstrainerin Laura geht mit ihrem Assistenten Max und dem Soldaten, der am Rande steht, wechselnde Beziehungen ein. Am Ende ist sie die einzig Überlebende. Max und der Soldat sind tot. Mario Wurmitzer entwirft ein buntes Figurenpanoptikum: vom Mann im Bademantel, der Hifesuchenden, dem besonderen Bürger bis zur Leiterin der Asylbehörde des Uranus und Rainer Werner Fassbinder. Über allem schweben die Gefahren von totalitären Ideen und Gewalt in einer verunsicherten Gesellschaft.
ausführliche Beschreibung
Laura sammelt Wut. Sie ist Imageberaterin und Aggressionstrainerin, Max ist ihr Assistent. Lauras Workshop erfüllt nicht ihre Vorstellungen. Der Soldat steht beobachtend am Rand. Ein Gastwirt verschluckt einen Stein und stirbt, eine Ergotherapeutin schläft mitten im Gespräch ein. Max und der Soldat motivieren Laura zu einem Richtungswechsel. Zu dritt werden sie politisch aktiv und kämpfen gegen die Verrohung der Sprache und der Wirklichkeit. Sie nehmen Kontakt zum König auf und informieren ihn über die brodelnde Unzufriedenheit im Volk. Sie überzeugen ihn, ein bedingungsloses Glückseinkommen einzuführen. Doch die staatlich verordnete Zuteilung funktioniert nicht. Die soziale Ungleichheit nimmt zu. Laura und der Soldat kommen einander näher und hegen Umsturzpläne. Max verrät sie beim König.

Der König wird abgesetzt und zieht sich zurück. Ein Bürgerkrieg tobt im Lande. Eine Königin übernimmt in Folge die Macht. Der Ex-König will seinem privaten Exil entkommen. Max hilft ihm beim Graben eines Fluchttunnels. Bei einer Vereinigung von Individualisten zur Besiedelung des Uranus werden sie nicht aufgenommen. Max kehrt zu Laura und dem Soldaten zurück. Er hofft auf eine zweite Chance. Doch der Soldat bringt ihn um. Die Beziehung des Soldaten zu Laura steht unter keinem guten Stern. Sind ihre Gefühle echt oder eingebildet? Der Aufenthalt in einem Wellnesshotel und zahlreiche Reisen bringen keine Besserung. Sie trennen sich. Der Soldat fällt in ein Loch und stirbt.

Mario Wurmitzer: „Die Figuren bewegen sich in einer Gesellschaft, die von einer umfassenden Verunsicherung gekennzeichnet ist. Soziale Ungleichheit, Vereinsamung und Aggressionsbereitschaft bilden den Nährboden für totalitäre Ideen und Gewalt. Vieles erscheint unwirklich, irrational, absurd, geradezu sinnlos. Freiheit, Sicherheit
und Würde des Individuums sind ernsthaft bedroht.

Laura, Max und der Soldat haben ihre Herzen möglicherweise am rechten Fleck. Sie setzen sich ein für Mitgefühl, Achtung, Respekt und Menschlichkeit. Das versichern sie sich zumindest gegenseitig. Am Ende sind Max und der Soldat tot. Laura verstaut die beiden in ihrer Erinnerung."