Die Aufsichtsbehörde kennt kein Mitleid

Mario Wurmitzer

Ein Appell an die individuelle Wachsamkeit
„Was ich wahrnehme, ist eine zunehmende Eskalation in allen Lebensbereichen.“
Max gerät unter die Befehlsgewalt einer seelenlosen Aufsichtsbehörde. Er lässt sein freies Leben hinter sich und fügt sich willenlos. Er ist sogar erleichtert, keine Entscheidungen mehr treffen zu müssen. Seine Freundin Anna will das nicht hinnehmen. Sie schleust sich in das System ein und plant Umsturz und Befreiung. Doch die Obrigkeit schlägt zurück. Mario Wurmitzer sieht die persönliche Freiheit des einzelnen Individuums bedroht und appelliert an die Wiederentdeckung des Widerspruchs.
ausführliche Beschreibung
Max war ein Künstler, Idealist und Freigeist. Bis ihm die Behörde die Genehmigung entzogen hat. Sofort hat er sich untergeordnet und arbeitet nun für die übergeordnete Instanz. Souvenierartikel stellt er mit Freude her. Er ist glücklich und will gar nicht mehr. Seine Freundin Anna kann sich mit dieser totalitären Vereinnahmung nicht abfinden. Der Sachbearbeiter der nationalen Aufsichtsbehörde verweigert ihr jede Auskunft. Anna schleust sich aus Liebe zu Max ins System ein. Sie freundet sich mit der Produktionsleiterin an. Annas Widerspruchsgeist erinnert die Frau, die an Vereinsamung leidet, an frühere Zeiten. Da war sie auch unangepasst. Das ist längst vorbei. Das unvergitterte Fenster in ihrem Büro, das in die Freiheit führen könnte, nutzt sie nicht zur Flucht. Dafür belohnt der stellvertretende Vorsitzende sie mit uneingschränktem Vertrauen.

Anna verfolgt einen Plan. Sie will die Behörde zu Fall bringen. Über das unvergitterte Fenster soll Max entfliehen, während Anna die Produktionsleiterin ablenkt. Dann soll er Anna befreien. Max erfüllt Annas Auftrag zum Teil, aber er meldet sein Vergehen ordungsgemäß dem stellvertretenden Vorsitzenden. Sofort weht ein anderer Wind. Das unvergitterte Fenster ist Vergangenheit. Die Produktionsleiterin ist am Boden zerstört. Max wird zum Geschäftsbereichsleiter für Heimat und Idylle befördert. Er ist zufrieden. Hat seinen Platz im
Leben gefunden. Muss nicht mehr orientierungslos Ausschau halten. Festanstellung. Behördendienst. Eine Familie gründen. Mit einem Hund anfangen. Oder einem Hamster. Dann ein Kind. Dann noch eins. Dann reicht‘s. Anna ist fassungslos. Wo ist der Querdenker von früher?

Unzufriedenheit macht sich auf allen Ebenen breit. Jene, die immer loyal waren, werden links liegengelassen. Nichtskönner steigen auf. Der Sachbearbeiter fühlt sich übergangen. Einer wie er soll auf einmal einem wie Max untergeordnet sein. Die Produktionsleiterin schwankt zwischen Protest und endgültiger Unterwerfung. Alle drei machen sich auf, um Max‘ Position zu untergraben. Da greift der stellvertretende Vorsitzende zu drastischen Maßnahmen...