In naher Zukunft. Österreich steht vor dem Staatsbankrott.
Standard & Poors bewerten Österreichs Bonität noch mit Triple C, bei Moodys steht das Land bereits auf C , das heißt: „extremely speculative“. Man erwartet, dass es in der folgenden Woche auf D herabgestuft wird. Die BERATERIN versorgt die PRÄSIDENTIN mit den neuesten Informationen: Die Schuldenquote liegt bei ungefähr 450 Prozent der Staatseinnahmen. Zwar könnte Österreich als „heavily indebted country“ im Rahmen einer Intitiative der G8 Staaten von einem Schuldenerlass profitieren, das wird aber nicht ausreichen, um den drohenden Staatsbankrott zu verhindern.
ausführliche Beschreibung
Nach Griechenland, Spanien, Portugal, Italien, Belgien und Frankreich wäre Österreich dann der siebte Europäische Staat, der aufhört, zu existieren. Doch die Beraterin hat einen Plan B: eine Übernahme durch eine asiatische Investorengruppe, die ein Angebot unter breitet hat. Das Hauptanliegen der Präsidentin bei diesem Deal ist, dass Österreich als Ganzes einen Käufer findet – anstatt nur einzelne Gustostückerln wie die Wachau und den Stephansdom unter den Hammer zu bringen. Die Beratungen über mögliche Szenarien werden einerseits vom HEAD OF COM unterstützt, der eine Imagekampagne der Regierung in der Bevölkerung fährt, die „Future confidence“ und Happiness Werte steigern soll. Die Präsidentin selbst beschäftigt einen Emo Analysten, der ihr durch regelmäßige Reboots ihrer mentalen Tiefenstruktur ein optimales Reframing des Unterbewussten bietet. Nur so ist sie in der Lage, den Anforderungen ihrer Position weiter standzuhalten. Bedrohlich sind auch die gravierenden Sicherheitsmängel in der Präsidentschaftskanzlei der Wiener Hofburg: Der Überwachungs Chef und sein Einsatzleiter sind ratlos. Irgendetwas löst ständig Fehlalarm aus – auf den Überwachungsvideos kann die Ursache jedoch nicht näher eingegrenzt werden. Schließlich kommt der Ü Chef zu dem Ergebnis, dass es sich um ein hybrides Wesen handeln muss, das bei der Übertragung älterer Aufzeichnungen von analoger auf digitale Technik in einer äußerst seltenen Faltung entstanden ist. Kurze Zeit später ist der Systemfehler entlarvt: es handelt sich um ein Waldheim Virus. Was die Sicherheitsleute nicht wissen: Neben Kurt Waldheim und seinem Steckenpferd ist auch Bruno Kreisky in der Zeitfalte gefangen. Die beiden geistern seit Jahrzehnten unsichtbar durch die Hofburg und langweilen sich zutiefst, da sie als immaterielle Wesen zur Untätigkeit verdammt sind. Endlich trifft die Delegation aus Asien ein. Herr Ho Lin, der Sprecher der Investorengruppe, erklärt der Präsidentin, dass das Procedere nach dem Verkauf einer Bad Bank ähnelt: Schuldanteile würden mit virtuellen Käufen getilgt, Verluste würden abgeschrieben und als Aktienpakete auf den Markt gebracht. Österreich würde zur Blase. Dennoch könnte eine Scheinregierung weiteroperieren, was die Bevölkerung ruhig halten würde und der Präsidentin natürlich zusagt. Doch der Waldheim Virus macht allen einen Strich durch die Rechnung: Am Ende bleibt von Ho Lin und seiner Delegation wenig übrig … Die Zeit drängt. Fieberhaft erwägen die Präsidentin und ihre Beraterin weitere Angebote. Die Bevölkerung soll derweil durch die Arbeit mit Empathie Masken und flächendeckend verabreichte Stimmungsaufheller ruhig gehalten werden. Die Beraterin hat eine Affäre mit dem Emo Analysten. Sie stellen fest: Die Krise macht geil. Eine Qualität, die bei den Verhandlungen über eine Übernahme Österreichs durch brasilianische Brüllaffen eine zentrale Rolle spielt. Doch auch diese Verhandlungen fallen den Mängeln der Sicherheitsvorkehrungen zum Opfer … Da kommt im allerletzten Moment ein überraschendes Angebot rein: Eine AG von Mikroben und Bakterien bekundet ihr Interesse an einer Übernahme Österreichs. Sie wollen das Land mit Flechten, Grünalgen und Pilzen besiedeln…
3D 7H
Doppelbesetzung möglich
Schauspiel