„Sie haben Hausschuhe neben den Geschirrhandtüchern hängen.“
Als der nach einem Unfall erblindete Witwer Edgar per Annonce eine Hilfe für mehrere Stunden in der Woche sucht, bewirbt sich Marianne bei ihm, eine aparte Frau in den Fünfzigern. Das anfangs noch recht steife Vorstellungsgespräch gleitet zunehmend ins Persönliche ab, vor allem Edgar ist glücklich, dass er jemanden gefunden hat, mit dem er über etwas anderes reden kann als über seine Behinderung. Und so offenbart er Marianne mehr, als er eigentlich wollte. Über seine Ehe, über die zahllosen Male, als er seine Frau betrogen hat. Erotische Zusammenkünfte, die in keinerlei Zusammenhang mit seiner glücklichen Ehe standen. Edgar erzählt und erzählt und merkt nicht, dass nichts an dieser Unterhaltung zufällig ist. Bis zu dem Moment, als Marianne die Wohnung von innen versperrt und auch ihm klar wird, dass hier weit mehr stattfindet als ein harmloses Vorstellungsgespräch. Und der Nachmittag eine ungeahnte Wendung nimmt.
ausführliche Beschreibung
Der Witwer Edgar ist seit einem sechs Monate zurückliegenden Autounfall blind. Zwangsläufig hat er sich mit seiner Behinderung abgefunden. Nach einem ausgeklügelten System orientiert er sich in seiner Wohnung, einen Blindenstock und Ausflüge ins Freie lehnt er ab. Ebenso wie übertriebene Fürsorge und Mitleidsbekundungen. Er braucht keine Pflege. Nur ein bisschen Hilfe im Haushalt.
Auf seine diesbezügliche Annonce meldet sich Marianne bei ihm. Sie ist gelernte Floristin, kann ihren Beruf aber aufgrund diverser Allergien nicht mehr ausüben und fällt als über Fünfzigjährige in die Kategorie „schwer zu vermitteln“. Ein typisches Vorstellungsgespräch beginnt, Unsicherheit und der Wunsch, alles richtig zu machen, auf ihrer Seite, Widerwillen gegen die Situation, die ihm die Hilfe eines Dritten aufzwingt, auf seiner. Nach und nach verliert
sie ihre Unsicherheit, und er seinen Widerwillen. Das Gespräch wird persönlicher. Vor allem Edgar ist glücklich, dass er jemanden gefunden hat, mit dem er über etwas anderes reden kann als über seine Behinderung. Und so offenbart er Marianne mehr, als er eigentlich wollte. Über seine Ehe, über zahllose Male, als er seine Frau betrogen hat. Erotische Zusammenkünfte, die in keinerlei Zusammenhang mit seiner glücklichen Ehe standen.
Edgar erzählt und erzählt und merkt nicht, dass nichts an dieser Unterhaltung zufällig ist. Dass Marianne das Gespräch von Anfang an gelenkt hat, schon von dem Moment an, als er die Tür öffnete und ihr klar wurde, dass sie beide sich schon einmal gesehen haben. Bevor Edgar blind wurde, als seine Frau noch lebte. Und Marianne ist nicht glücklich über das, was Edgar über seine damaligen Bekanntschaften so von sich gibt …
Sind One-Night-Stands per se frei von Gefühlen, oder sind sie Liebesgeschichten en miniature? Die zufällige Konfrontation zweier Beteiligter einer scheinbar harmlosen Liebesnacht spitzt sich einige Jahre nach dem erotischen Date zu. Hier stoßen zwei Gefühlswelten aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und es scheint, dass Sachlichkeit und Verstand bei Gefühlen nicht viel ausrichten können. Katrin Wiegands Duo liefert sich hochkarätige Dialoge mit Wortwitz und Tiefgang.