Weil du nicht mein Typ bist

eine wechselhafte Beziehungskomödie

Katrin Wiegand

Eine wechselhafte Beziehungskomödie
„Ich eigne mich wunderbar für jede Art von Plüschkostümen!“
Nach einer verunglückten Nacht wachen sie gemeinsam in einem Bett auf: Lennert, der sich an nichts erinnern kann, und Julie, die nur eines möchte: weg! Fünf Jahre später stellt Julies Freundin Nadine ihr Lennert als ihren neuen Freund vor. Julie führt inzwischen eine recht abgeklärte Beziehung mit Tobias. Als Lennert anfängt, die verjährte Bettgeschichte vor Nadine auszubreiten, verstärkt das Julies Abneigung noch, und ihre Gefühle werden auch nicht wärmer, als Tobias Lennert ohne ihr Wissen zu seinem Trauzeugen macht. Da beendet Tobias überraschend seine Beziehung zu Julie, und es scheint nur einen Menschen zu geben, an den sie sich wenden kann…
ausführliche Beschreibung
Nach einer verunglückten Liebesnacht am Ende des Karnevals wachen sie gemeinsam in einem Bett auf: Lennart, der sich an nichts erinnern kann, und Julie, die nur eines möchte: So schnell wie möglich weg! Dass sie sich mit diesem eingebildeten Kerl, der immer noch keine Ahnung hat, wer sie ist, eingelassen hat, ist ihr äußerst unangenehm. Immerhin ist sie erleichtert, dass nichts passiert ist, was es zu bereuen gäbe. Sie sucht nach ihrer Feinrippunterwäsche, die Lennart zu spitzen Kommentaren über den Unterschied von Zweckmäßigkeit und Erotik veranlasst, steigt verärgert in ihr Erdmännchenkostüm, mit dem sie am Abend zuvor losgezogen war und verlässt fluchtartig die Wohnung. Sie will diesen oberflächlichen, eitlen Schnösel, der nur über seine erotischen Leistungen in der vergangenen Nacht informiert werden will, nie wieder sehen. Zum Abschied lässt dieser Kotzbrocken sie noch wissen, dass sie gar nicht sein Typ sei.

Doch bekanntlich begegnet man sich im Leben zweimal. Fünf Jahre später stellt Julies Freundin Nadine ihr strahlend Lennart als ihren neuen Freund vor. Diesmal kann er sich an sie erinnern, wenn auch nicht gleich. Und die Feinrippunterwäsche und das Erdmännchenkostüm hat er auch nicht vergessen. An Julies Abneigung gegenüber Nadines neuem Schwarm hat sich nichts geändert. Und als Lennart anfängt, die peinliche Bettgeschichte vor Nadine auszubreiten, verstärkt das ihre Antipathie. Nadine ist ziemlich verdattert, doch Lennart versichert ihr, dass Julie schon damals nicht sein Typ war. Julie führt inzwischen eine abgeklärte Beziehung mit Tobias, und die frisch Verliebten zehren gewaltig an ihren Nerven. Wie vor fünf Jahren ergreift sie die Flucht.

Als Lennart zwei Jahre später von Nadine verlassen wird, weint er sich bei Julie aus, die mittlerweile mit Tobias glücklich verlobt ist. Immerhin tröstet sie den in seiner Eitelkeit getroffenen Ex von Nadine, die sich schon darauf freut, Julies Trauzeugin zu sein. Lennart sprüht nicht gerade vor Charme, lässt sich aber in seinem Schmerz zu einem Kompliment an Julie hinreißen: Er bedaure es, dass damals, in der besagten Karnevalsnacht nichts passiert sei. Julies Sympathie hält sich trotzdem in Grenzen. Und ihre Gefühle werden auch nicht wärmer, als Tobias ihr drei Wochen später eröffnet, dass er Lennart zu seinem Trauzeugen gemacht hat. Julie und Nadine sind stinksauer. Während eines Fußballmatchs, das bei Julie und Lennart leidenschaftliche Gefühlsausbrüche auslöst, bei Nadine und Tobias hingegen absolutes Nichtverständnis, wird das Problem zwischen Abseits, Fouls und Toren besprochen. Das Spiel bleibt unentschieden. Doch es scheint sich ein sonderbarer Wechsel innerhalb der „Mannschaften“ anzubahnen. Als Tobias zwei Monate später Julie kurz vor der Hochzeit verlässt, gibt es nur einen Menschen, an den sie sich wenden kann. Auch wenn sie nicht sein Typ ist. Und er nicht ihrer…

Katrin Wiegand zeigt, über wie viele Hürden sich ehrliche Abneigung ihren Weg zu wahrer Zuneigung bahnen muss. Und sollte es dann nach erbitterten Kämpfen wider Erwarten doch noch so weit kommen, stünde der ganz großen Liebe ja nichts mehr im Weg. Was hat man denn noch zu verbergen? Die Stufe der schmeichelnden Selbstdarstellung im rosa Wolkenhimmel hat man ja bereits übersprungen, und jeder kennt den anderen von der schlechtesten Seite. Und wenn man sich im Vorfeld so erfolgreich bekämpft hat, wird es wohl weiterhin nicht an Leidenschaft fehlen. Ein komödiantisches Versteckspiel im Karneval der Liebe!