Das verpfuschte Leben eines naiven Menschen, die verpassten Gelegenheiten des gottesfürchtigen Kirchendieners.
Der ehrenamtliche Mesner Firlinger, der untertags seiner Profession als Druckereiarbeiter nachgeht, ist verunglückt. An einem Sonntag. Ein herabstürzender Engel hat ihn in der Kirche erschlagen. Firlinger hat sein Lebtag lang streng nach den 10 Geboten gelebt und die 12 Aposteln namentlich wiedergeben können. Als Startseite in seinem Computer hat er sich www.erzdiözese.at installiert, um sich per Mausklick am gütigen Lächeln des Kardinals zu erbauen. Zum Sündigen blieb bei so viel religiösem Engagement keine Zeit. Jetzt ist Firlinger tot und wartet auf seine Auferstehung, seine Himmelfahrt, aber sie kommt nicht. Seine Reise hat er gebucht, den Koffer gepackt, die Rechnung bezahlt, aber der Reisebus bleibt aus.
Firlinger wartet auf seinen Engel, der ihn an der Hand zum Erlöser führen wird. Doch aus der Sicherheit werden Zweifel und Verzweiflung, schließlich endet sein Warten in Resignation. Er denkt zurück, spult seinen Lebensfilm ab, kommentiert dessen trostlose Stationen und betet. In seiner Bilanz tauchen seine Sünden auf, seine Vergehen. Wut auf die Menschen, die ihn allein gelassen haben, Verbitterung und Hass. Ohne Frau ist er geblieben, ohne Liebe.
Firlinger wartet und merkt nicht, dass dieses Warten schon die Hölle ist. Seine ganz persönliche Hölle. Er, der sein Leben der Kirche geweiht hat, kommt zur bitteren Erkenntnis, in einer Sackgasse sein Leben vertan zu haben. Er hätte es genießen und sündigen sollen.