Der Duft von Wirklichkeit

Eine musikalische Komödie von Werner Bauer mit Musik von Werner Richard Heymann

Werner Bauer / Werner Richard Heymann

Eine Hommage an das Tonfilm-Kino der 30er-Jahre und an den unvergesslichen Werner Richard Heymann
Ende der 20er Jahre erlebt Berlin einen künstlerischen Höhenflug, die Zeit der großen UFA-Tonfilme, die Menschen strömen in die Kinos. Nach Hitlers „Machtübernahme“ 1933 steht die UFA unter dem Druck von Propagandaminister Goebbels. Jüdische Künstler werden entlassen, ihre Filme verboten. Der junge Musikstudent Fritz soll mit dem berühmten Komponisten Werner Richard Heymann einen geplanten neuen Musikfilm für Propagandazwecke umarbeiten. Doch bald wird klar: Heymann kommt nicht. Dafür steigen die Stars von der Leinwand und schmieden einen ungewöhnlichen Plan. Eine Reise zwischen Fiktion und Wirklichkeit, begleitet von Heymanns unvergesslichen Melodien.

Werner Bauer begibt sich in eine denkwürdige Epoche der Vergangenheit und holt den Stoff in eine moderne Erzählform der Gegenwart. Da wandern Filmfiguren direkt auf die Theaterbühne und leisten der traurigen Historie in fiktiver Gestalt Widerstand. Werner Richard Heymann, der eigentliche Hauptakteur, bleibt in geheimnisvoller Verborgenheit. Die musikalische Hommage bietet neben den unvergessenen Melodien des großen Komponisten einen unbegrenzten Spielraum für phantasievolle Umsetzung und gibt dem Genre der biografisch angelehnten Theaterliteratur eine ganz neue Farbe.
ausführliche Beschreibung
Ende der 1920er-Jahre beginnt in Deutschland die Zeit der großen UFA-Tonfilme. Berlin erlebt einen kulturellen Höhenflug. Die Menschen strömen ins Kino, um ihre geliebten Stars zu erleben. 1933 demonstrieren die Nationalsozialisten ihre „Machtübernahme“ mit einem nächtlichen Fackelzug durch das Brandenburger Tor. Joseph Goebbels betont, dass die Kunst sittlich und politisch-weltanschaulich an Normen gebunden sei. Falls diese verletzt würden, müsse der Staat eingreifen. Damit war klar, nach wem sich die UFA-Verantwortlichen künftig zu richten hatten.

Einen Tag später, am 29. März 1933, beschließt der UFA-Vorstand stillschweigend die Entlassung jüdischer Mitarbeiter und leitet damit den Exodus deutscher Filmkünstler ein. Neben vielen prominenten Regisseuren und Produzenten muss auch Erfolgs- Komponist Werner Richard Heymann Deutschland über Nacht verlassen. Das daraus resultierende künstlerische Vakuum versucht man bei der UFA provisorisch mit Studenten aus den Hochschulen Berlins zu füllen. Namen jüdischer Mitarbeiter tilgt man aus den Stablisten, später werden Filme jüdischer Regisseure oder bekannter Schauspieler – wie etwa „Der Kongress tanzt“ – ganz verboten. Der deutsche Film wird in den nächsten Jahrzehnten nie wieder die künstlerische Qualität wie zur Zeit der Weimarer Republik erreichen.

In dieser Zeit ist das Theaterstück „Der Duft von Wirklichkeit“ angesiedelt. Der junge Musikstudent Fritz weiß nicht, wie ihm geschieht! Über Nacht erhält er die Chance seines Lebens. Er soll an der Seite des berühmten Werner Richard Heymann an einem neuen Musikfilm arbeiten. Doch der jüdische Komponist taucht nicht auf. Fritz macht sich an die Arbeit und sieht sich die Probeaufnahmen des Films an. Da passiert das Unglaubliche: Claudine, die weibliche Hauptfigur, verlässt ihre „Rolle“ und spricht zu Fritz. Was er anfänglich für eine Halluzination hält, wird schnell zur Gewissheit! Denn die Filmfigur hüpft aus der Leinwand und steht leibhaftig vor ihm, gewillt aus dem schüchternen Studenten einen selbstbewussten Musiker zu machen.

Ein Spiel zwischen Fiktion und Wirklichkeit beginnt. Als ein Abgesandter vom Reichsministerium die Entlassung aller jüdischen UFA-Mitarbeiter verkündet, wird Fritz langsam klar, dass Werner Richard Heymann nicht mehr kommen wird. Der geplante Film soll zu einem Propagandafilm für die Nationalsozialisten umgeschrieben werden. Doch das wollen sich die Filmfiguren nicht gefallen lassen und sie schmieden einen ungewöhnlichen Plan …

Werner Bauer begibt sich in eine denkwürdige Epoche der Vergangenheit und holt den Stoff in eine moderne Erzählform der Gegenwart. Da wandern Filmfiguren direkt auf die Theaterbühne und leisten der traurigen Historie in fiktiver Gestalt Widerstand. Werner Richard Heymann, der eigentliche Hauptakteur, bleibt in geheimnisvoller Verborgenheit. Die musikalische Hommage bietet neben den unvergessenen Melodien des großen Komponisten einen unbegrenzten Spielraum für phantasievolle Umsetzung und gibt dem Genre der biografisch angelehnten Theaterliteratur eine ganz neue Farbe.
„Bauers Drama ist ein Geniestreich, der mehrere Fiktionsebenen spielerisch so raffiniert verknüpft, dass Theater- und Kinowirklichkeit wunderbar miteinander verschmelzen.“
Elisabeth Einecke-Klövekorn, Generalanzeiger Bonn
„Werner Bauer ist mit seinem klug geschriebenen Stück 'Der Duft von Wirklichkeit' eine musikalische Tragikomödie gelungen, in der kein Genre das andere gegeneinander ausspielt. Seine witzig-elegante Inszenierung verbindet dabei die Liebesgeschichte(n) mit einer intelligenten Reflexion über Illusion und Wirklichkeit, wobei das komplexe Verwirrspiel gleichzeitig zu einer Verbeugung vor der lang unterschätzten Musik von Werner Richard Heymann wird.“
Rolf-Ruediger Hamacher, musicals, Das Musicalmagazin
„Das Musical ist mehr als ein nostalgisches Stück über eine vergangene Ära, es ist eine Liebeserklärung an die Kunst und ihre unerschütterliche Kraft, Träume, die selbst in den dunkelsten Zeiten nicht sterben und von Musik die Brücken schlägt, wo Worte nicht mehr reichen.“
Michaela Springer, musicalcocktail, 21. März 2025
„Ein Stück über Vertreibung, Zensur und Freiheitsverlust mit großen Hits und vergessenen Klassikern Heymanns“
Der Falter, 13/25
2D 3H
Mehrfachbesetzungen
1 Dek.
Musical
UA: 21.04.2023, Kleines Theater Bad Godesberg, Regie: Werner Bauer
ÖEA: 21.03.2025, STELLA-Theater im Café Prückel, Regie: Isabella Gregor