Verliebt, verlobt, verschwunden

Stefan Vögel

„Wer von euch Frauen da unten hat einen wunderbaren Heiratsantrag gekriegt - Hände rauf.“
Dagmar flieht kurz vor der Hochzeit in ihr Baumhaus aus Kindertagen. Drei Worte hat ihr Bräutigam hinterlassen: Ich kann nicht. Weinend sitzt sie im Brautkleid hoch oben in den Lüften und lässt ihr Leben samt erster Ehe revuepassieren. Doch gibt`s vielleicht doch noch ein happy-end vor dem Traualtar? Stefan Vögel verrät in seiner unterhaltsamen One-Woman-Revue viele wertvolle Tipps für Mann, Frau und Schwiegermutter: Wie erkennt man den richtigen Mann, wie macht man einen Heiratsantrag, und vieles mehr erfährt man hier zum ewigen zwischengeschlechtlichen Desaster, gewürzt mit spritzigen Songs!
ausführliche Beschreibung
ICH KANN NICHT… Diese drei Worte, hastig auf einen Zettel gekritzelt, findet Dagmar kurz vor ihrer Hochzeit neben einem Strauß Rosen. Die vielsagende Botschaft wurde von ihrem Bräutigam Johnny verfasst. Mit einem Kugelschreiber, der offensichtlich auch den Geist aufgegeben hat. Verletzt und wütend flüchtet die Braut im weißen Hochzeitskleid in ihr altes Baumhaus aus glücklichen Kindertagen. Wie konnte sie nur so blöd sein und schon wieder aus Liebe heiraten wollen? Wo sie die ganze Prozedur ja schon mit dem Vater ihrer beiden Söhne mit so vielen Seelenqualen hinter sich gebracht hat?

Dagmar schlüpft in ihr altes Prinzessinnenkleid von damals und lässt ihre erste Ehe mit dem Traumprinzen Hubert revuepassieren, der im weißen, glänzenden Mercedes dahergeritten kam und sie mit den Worten Jetzt machen wir Nägel mit Köpfen gefreit und zum Altar geführt hatte. Als zum Zeichen ihrer Liebe die süßen Mini, Prinzen geboren waren, wäre in dem Schloss, das keine hundert Zimmer, dafür aber hundertfache Schulden hatte, das Glück perfekt gewesen. Aber nein, die Mutter des Prinzen, eine böse Hexe, wohnte im Schloss gegenüber und konnte viel besser kochen. Der Prinz liebte seine Hexenmutter so sehr wie die Prinzessin sie hasste, und eines Tages sagte die Prinzessin: Sie oder ich! Der Prinz aber konnte sich, wie die meisten Männer, nicht entscheiden und so entschied er sich achtzehn Jahre lang gar nicht. Bis er dann eines Morgens endlich mit leuchtenden Augen vor die inzwischen gealterte Prinzessin hintrat und sagte: Weib, ich habe mich entschieden: für eine Jüngere. Leb wohl, ich muss eine neue Burg gründen. Und als sie es nach vielen Tränen endlich wie, der fein gehabt hätte, da ritt Johnny in ihr Leben und versprach Ich lege dir den Himmel zu Füßen, wenn du mich heiratest!

Ja, so war das. Und jetzt ist Dagmar verzweifelt. Wer ist eigentlich schuld an diesem ewigen Männer Desaster? Die Frauen natürlich, genauer gesagt, die Mütter, die mit ihrer Liebe das Elend für die nächste Generation Frauen züchten. Als Rache an den Schwiegermüttern, die ihnen ihre Söhne überlassen haben. Tja, und da sitzt die verlassene Braut hoch oben in ihrem Baumhaus und weint wieder viele Tränen.

Verliebt, verlobt, verschwunden ist der zweite Traumprinz. Doch nein, da unten steht er ja, mit der ganzen Hochzeitsgesellschaft im Schlepptau und fleht um Gnade. Ein Missverständnis war‘s! Er wollte doch weiterschreiben, doch der blöde Kugelschreiber hatte seinen Dienst versagt, und nachdem er im chaotischen Chaos einen neuen gefunden hatte, um die drei Worte zu ergänzen, war sie bereits mit wehendem Schleier davongeeilt. Tja, und … was wäre denn da …gestanden? Schüchtern überreicht ihr der unschuldige Bräutigam den Rest der Liebesbotschaft … MEHR OHNE DICH LEBEN.

Stefan Vögel hat sich offenbar kurzfristig innerlich in eine Frau verwandelt und spricht in seiner unterhaltsamen One-Woman-Revue vielen „Geschlechtsgenossinnen“ aus der Seele. Das ist bei aller Unterhaltsamkeit sehr lehrreich. Man erfährt vom Männerausschlussverfahren, von den goldenen Regeln für einen gelungenen Heiratsantrag, von den Tricks, einem Mann Geheimnisse zu entlocken und vieles mehr. Doch zur Ehrenrettung des männlichen Geschlechts führt der Autor die Geschichte doch zu einem Happy-End. Für alle.