Antigone

nach Sophokles

Michael Köhlmeier / Sophokles

Der klassische Stoff um Macht und Widerstand für die Gegenwart erzählt
„Ich will, was notwendig ist.“
Nach dem Tod des Ödipus können sich Eteokles und Polyneikes nicht einigen, wer über Theben herrschen soll. Kreon, der Bruder ihrer Mutter, schlägt vor, die beiden sollen sich die Macht teilen. Im ersten Jahr soll Eteokles herrschen, im zweiten Polyneikes. Als das erste Jahr vorüber ist, weigert sich Eteokles, die Macht abzugeben. Da stellt Polyneikes ein Heer zusammen und greift die Stadt an. Auf dem Schlachtfeld fallen beide Brüder.
Widerwillig übernimmt Kreon, kein geübter Führer, die Macht in Theben. Er entscheidet, dass Eteokles in Ehren begraben wird, Polyneikes’ Leiche sollen die Hunde fressen. Antigone, die Schwester von Eteokles und Polyneikes, widersetzt sich, ihrem Gewissen folgend, dem Gesetz Kreons, und begräbt Polyneikes. Kreon sieht sich gezwungen, will er nicht der Vetternwirtschaft bezichtigt werden, das Gesetz zu verteidigen, auch wenn es Antigones Todesurteil bedeutet.

Michael Köhlmeier spitzt den ideologischen Konflikt zwischen Antigone und Kreon in seiner Sophokles-Bearbeitung zu. Er untersucht die Willkür politischer Entscheidungen, die Folgen einer Politik der starken Hand in Zeiten der Krise und die Verantwortung des Einzelnen, sich zu unterwerfen – oder gegen das Gesetz zu stellen.
„Köhlmeier hat mit 'Antigone' einmal mehr bewiesen, dass er nicht nur ein Meister der Erzählkunst, sondern auch ein Meister der Sprache ist. Jeder Satz ist wie eine kostbare Perle, die zusammen einen Text von bezaubernder Schönheit ergeben.“
Andreas Marte, Vorarlberger Nachrichten, 10./11. Februar 2024
„Das ist die große Kunst des Michael Köhlmeier: Die Wahrheit des Mythos eindringlich zu vergegenwärtigen, ohne platte Aktualisierung.“
Konrad Paul Liessmann
2D 4H
Schauspiel, Tragödie
Erhältlich als Buch und E-Book im Braumüller Verlag
UA: 16.09.2023, Schauspielhaus Salzburg
Frei zur: DEA, SEA