Thomas Sessler

Autor, Übersetzer

(* 1915 in Berlin | † 1995 in Pfarrkirchen)

Gabriel Peter Zeiz alias Thomas Sessler war Sohn des Schriftstellers August Hermann Zeiz, der den Georg Marton Verlag von 1939 bis 1945 leitete. Seine Mutter Gertrud Zeiz, geb. Segall wurde 1944 in Auschwitz ermordet.

Zeiz absolvierte eine Buchhandelslehre in Berlin, begann für das Berliner Tageblatt zu schreiben und engagierte sich in der KPD. 1935 floh er über Prag nach Wien und schrieb dort für den Wiener Tag und Die Stunde und arbeitete am Theater Scala. Ab 1935 war er für den sowjetischen Geheimdienst tätig. Nach dem Anschluss 1938 floh er nach Zürich und erhielt eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis durch die Gründung des „Neuen Bühnenverlags“. Das Unternehmen diente auch als Deckadresse für geheime politische Verbindungen. Zeiz war Mitherausgeber der Zeitung „Der freie Österreicher“, die nach Österreich geschmuggelt wurde. 1939 distanzierte er sich nach dem deutsch-sowjetischen Pakt von der KPD. 1944 wurde er zwei Mal von Schweizer Behörden wegen illegaler politischer Tätigkeit verhaftet, aus seiner zweiten Haft konnte er dank Verbindungen zum US-Geheimdienst nach Frankreich fliehen.

Nach Kriegsende ging Zeiz nach Österreich. Er wurde 1946 von der Baronin Malvine von Sessler-Herzinger adoptiert und nannte sich fortan Thomas Sessler-Zeiz bzw. Thomas Sessler. Er erhielt die österreichische Staatsbürgerschaft. In Wien arbeitete er bis 1951 als Kulturredakteur für die Zeitung „Welt am Abend“. 1952 übersiedelte er nach München und gründete dort den Thomas Sessler Verlag. 1968 wurde der Sitz des Thomas Sessler Verlags Wien ins Handelsregister eingetragen, der Georg Marton Verlag und die Wiener Verlagsanstalt wurden unter dem neuen Namen vereinigt.

Thomas Sessler war drei Mal verheiratet (1941: Charlotte Leuenberger, 1949: Hildegard Steiner, 1967: Ruth Berger).
Foto: © Thomas Sessler Verlag

Theatertexte

Übersetzungen