Georg Fraser

Autor

(* 1893 in Köln | † 1964 in Berlin)

Georg Fraser, bürgerlicher Name August Hermann Zeiz, war Schriftsteller, Verleger und politischer Aktivist gegen den Faschismus.

Nach der Schule absolvierte Fraser eine Verlagslehre in München. 1915 heiratete er Gertrud Segall (1893–1944), die Tochter eines jüdischen Kaufmanns. Zeiz nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil, 1917 wurde er schwer verwundet. In den 1920er-Jahren war er journalistisch tätig und als Autor von Unterhaltungsstücken und Komödien. Im Herbst 1935 emigrierte er mit seiner Familie nach Österreich, wo er seine Karriere als Stückeschreiber fortsetzte und bis 1938 Chefdramaturg des Wiener Scala-Theaters war. Daneben führte er die Geschäfte des Georg-Marton-Verlages. Sein Sohn Hanno Zeiz alias Thomas Sessler führte den Verlag ab 1968 von Wien aus unter dem Namen Thomas Sessler Verlag weiter. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich erreichte Zeiz durch Rückgabe der Verlagskonzession, dass der von ihm geführte Verlag der „Arisierung“ entging. 1938/39 wurde er in Polizeigewahrsam genommen. Nach seiner Entlassung führte er eine Doppelexistenz als erfolgreicher Theaterautor und heimlicher Fluchthelfer. Er nutzte die Räumlichkeiten des eingestellten Marton-Verlages als eine Art Nachrichtenzentrale, über die er Verbindung mit dem Ausland hielt. Erst Anfang 1943 kam es zur Enttarnung von Zeiz’ Fluchthilfe-Aktivitäten. Von Februar bis Juli 1943 befand er sich wiederum in Polizeigewahrsam; anschließend war er bis Januar 1944 Insasse des Konzentrationslagers Dachau. Seine Frau wurde ebenfalls verhaftet; sie kam im KZ Auschwitz ums Leben. Nach seiner Entlassung aus dem KZ schloss sich Zeiz der österreichischen Widerstandsgruppe „O5“ an. Ab Dezember 1944 gehörte er dem Siebenerausschuss, dem Führungsstab der O5, an.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs baute Zeiz den Marton-Verlag wieder auf. Seine Widerstandsaktivitäten während des Dritten Reichs wurden in Österreich kaum gewürdigt. Zeiz verbrachte seine letzten Lebensjahre in Berlin.
Foto: © Privatarchiv Sabine Schulenburg